Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1888207
Viertes 
dankens, wenn, wie auf dem schönen Sarkophag von S. Paolo (Fig. 192), jetzt 
im Lateranmuseum, Erschaffung, Sündenfall, Erlösung  die ganze grossartige 
Epopöe des christlichen Dogmals, wie de Rossi sich ausdrückt  erzählt wurde 1. 
Der Sarkophag von S. Paolo zeigt in seiner Horizontaltheilung auch bereits 
den Uebergang zu jener architektonischen Gliederung, welche dann haupt- 
sächlich durch Anordnung von Säulen und Arcaden erzielt wurde (vgl. Fig. 198) 
und wobei die freigelassenen Zwickel reichlichen Raum für kleinere erna- 
mentale Gebilde, Vögel, Putti, Früchte u. s. i, boten. Die Raumabtheilung 
wird statt durch Säulen zuweilen durch "Weinranken oder Palmbäume erzielt. 
Den Abschluss der Decoration bilden häufig Eckfiguren, die sich in besonderer 
Weise zu solchem Zwecke eignen: wir haben als solche Löwen, groteske 
Köpfe, aber auch gewisse, in Parallele gesetzte symbolisch-biblische Dar- 
Stellungen schon kennen gelernt. Auch an den Ecken der Deckel begegnet 
uns das Bemühen, durch Anbringung von Masken, Sonne und Mond, später 
von Porträtköpfen der Apostel oder anderer Heiligen einen augeniälligen 
Abschluss zu erzielen. Dass damit ein bestimmter Gedanke, wie der der 
Glaubensgemeinschaft mit jenen Heiligen, ausgedrückt werden sollte, ist 
schwer anzunehmen. Im übrigen erfuhr auch der Sarkophagdeckel, wenn er 
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Fig. 193. Surkophug von Rignieux. qädhäv 
nicht aus einer flachen Abschlussplatte, sondern aus einem Dache bestand, 
seine künstlerische Behandlung. Die einfachste Decoration war freilich die 
Nachahmung des Hausdaches, wie man das Schindeldach auf ravennatischen 
Särgen nachgebildet sieht (Fig. 194). Hatte die Profankunst den Sargdeckel 
mit schwimmenden Delphinen und anderen Seethieren belebt, so erscheinen 
jetzt hier auf unseren christlichen Denkmälern Lämmer mit Kränzen, einmal 
die vier Evangelisten, mit Lämmern zu ihren Füssen. 
Das war im allgemeinen der Weg, welchen die plastische Ausschrnückung 
der Sarkophage bei den alten Christen nahm. Dass mit derselben bereits in 
vorconstantinischer Zeit der Anfang gemacht wurde, kann keinem Zweifel 
unterliegen, obgleich die nachweisbaren Denkmäler dieser Epoche sehr selten 
sind. Auf den bei der Anlage des Tabernakels von S. Pietro aufgedeckten, 
die einfache Aufschrift AINOC tragenden Sarkophag? wollen wir kein beson- 
deres Gewicht legen. Der 1474 blossgelegte Sarkophag der aus S. Domitilla 
nach S. Pietro übertragenen hl. Petronilla trug ausser seiner Inschrift einen 
Schmuck von Delphinen? In S. Priscilla bezeugen zahlreiche Nischen das 
ehemalige Vorhandensein von Sarkophagen, und einige derselben, welche 
de Rossi noch vorfand, waren durch Ziegelstempel als Werke des 2. Jahr- 
Bull. 
1865, 
2 Ibid. 
1864, 
3 Ibid. 
1865,
        

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