Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1888196
4219124511161"; 
Eääßßllviui 
sie nicht an der vordern Aussenseite des Sarkophages angebracht war. Man 
versenkte die Sarkophage entweder unter die Erde oder stellte sie in einer 
Wandnischc auf; die Arcosolien sind eine einfache Nachbildung solcher Sarko- 
phagnischen. Jene allereinfachste, jedes Ornaments entbehrende Gestaltung 
der Sarkophage, welche in altitalischen Gräbern beobachtet wird, iindet sich 
auch vielfach bei den Christen des 4. und 5. Jahrhunderts im Norden, wo der 
Steinsarg vorherrschte und künstlerische Kräfte zum Schmuck desselben gewiss 
selten aufzutreiben waren. In den reichen Gemeinden des Südens pfiegen die 
Sarkophage wenigstens der einfachsten DGCOPäIiSlOH durch von oben nach unten 
gezogene, die Vorderseite bedeckende Wellenlinicn (Cannellirung) nicht zu ent- 
behren. An Stelle derselben treten auch schuppenartige Verzierungen. Ein 
weiteres Element der Ausschmückung stellt dann die Inschrifttafel vor, die 
gewöhnlich noch Raum zu Bildern oder Zeichen liess. An die Stelle der In- 
Sarkophag aus S. 
fuori Je 
schrifttafel tritt dann auch die Inzago clypeceta, mit Bildniss der beigesetzten 
Person, das dann in der Regel von rechts und links von je einem Putto 
gehalten wird. Alles das geht im allgemeinen noch nicht über das Gebiet 
der einfachen Decoration hinaus und verlangte zu seiner Herstellung nur 
geübtere handwerksinässige Kräfte. Die künstlerische Ausgestaltung des Sarko- 
phags beginnt in der profanen Kunst mit den Gruppen von Nereiden und 
Tritonen, der Darstellung der Funeralien, Wettspiele, den Scenen aus den 
Iiämpfen und Siegeszügen des Bacchus, der caledonischen Jagd u. s. w., wie 
sie uns unzähligemal entgegentreten. Die christlichen Künstler haben aus 
diesen Allen geläufigen Motiven manches in rein decorativer Absicht herüber- 
genommen. Einen weit höhern Grad bezeichnen jene Sarkophage, deren Vßrdere 
Fläche der Ausführung eines ganzen Mythus gewidmet war, wie dem Raub 
der Proserpina oder dem Mythus von Prometheus, den uns ein berühmter 
capitolinischer Sarg vor Augen führt 1. Es war eine Uebernahme dieses Ge- 
Denkm. 
WIESELER
        

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