Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887757
A] tchristliche 
Malari- 
auf seine Zeit erhalten haben. Man ist nun freilich nicht verpflichtet, dem 
,Vater der Kirchengeschichte" ein kunstgeschichtliches Urteil zuzutrauen, welches 
ihn in den Stand gesetzt hätte, zu seiner Zeit colportirte Bilder auf die Zeit 
der Apostel selbst zurückzuführen: 
   immerhin aber spricht eine grosse 
  Wahrscheinlichkeit dafür, dass das 
   Broncemedaillon der antoiiinisclien 
E" f  Epoche an derartige Traditionen an- 
   knüpfte, so dass uns die echten Zuge 
       1 
 l  der beiden Apostel bewahrt waren  
    Von der typologisclien Darstel- 
  IX in     lung Petri unter dem Bilde des Moses 
   ist bereits die Rede gewesen. Die 
  Stellung des Apostels innerhalb des 
Fig. 161. Petrus und Paulus.  
Byqlngg aus Mm, Gristmu, auserwählten Volkes des Neuen Bun- 
d     
Nt b     es ist dort duich das Attribut des 
b a es gegeben; sie erscheint in dein von Ciacconio bewahrten Mosaik von 
S. Pudenziana, welches 1595 zu Grunde ging und auf welchem Petrus auf seiner 
Kathedra vorgestellt war 2. Viel allgemeiner aber wird die Charakterisirung 
der Aintsthätigkeit Petri durch die Schlüssel, die uns allerdings auf Kata- 
kombengemalden und Goldgläsern noch nicht, W01 aber (sechsmal) auf Sarko- 
phagen des 5. Jahrhunderts3, am 
 einer, häufigsten auf den Mosaiken der 
331.4? "Wal-A du",  s,  änfy.     
 1th    Fixe; Apsiden und Triumphbogen von Mitte 
  "i des 5. Jahrhunderts an begegnet 
i. .122:  1 ß. F1   ; zu?  r 3.71:, .1 
    (S. Paolo 441; Grabmal der Galla 
 zu; ,._.3_T,III,AT   Placidia 450, u. s.  Auch die 
,  "f dass; später zu erwähnende Broncestatue 
 "Ä     des hl. Petrus hat die Schlüssel. Es 
  17'     5.       
 .1    ist zunachst die Uebergabe derselben 
    d i.  ggf;  (Matth. 16, 19), welche zur An- 
e: " _ '  l    schauung gelangt: so etwa sechsmal 
      auf Sarkophagen und auf einem 
 v:    f" _  Silberkrüglein des Vaticanischen Mu- 
 seunis (Fig. 164); cinigemal als Pen- 
   dant zu der Verleugnung. Ander- 
 M-i-ß warts sieht man, wie auf einem 
Fig. 162. Petrus und Paulus. Vatican. Museum. Sarkophag zu Ravenna und auf M0" 
saiken, Petrus den Schlüssel seinem 
Herrn darbringen, wie andere Heilige ihm Kränze bringen. Seit Ende des 6. J ahr- 
hunderts erscheinen der oder die Schlüssel (die Zahl wechselt, ohne dass dieser 
Verschiedenheit eine Bedeutung beizuinessen wäre; einigemal kommen drei 
Schlüssel vor) als stehendes Attribut in den Händen des A ostels der zuweilen 
P l 
1 Man vgl. über den Gegenstand ausser 
Rcal-Encykl. II 608: DE ROSSI Bull. 1864, 
p. 81; 1887, p. 134; 1889, p. '75. ARMEL- 
LINI in Röm. Quartalschr. Il 130. JoH. 
FICKER Die Darstellung der Apostel in der 
altchristl. Kunst. Lpz. 1887 (wo DE Rossfs 
Datirung des ältesten Broncelnedaillons an- 
gegriffen und dasselbe dem 4. Jahrhundert 
zugewiesen wirdl). SWOBODA in ,Mittheil. 
der k. k. Centralconnnissioxf. Neue Folge. 
XVI (1890) 1 f. 
2 DE Rossl Bull. 1867, p. 43. 
3 GARRUGCI tav. 330 5. 340 5. 346 5'. 352 2. 
400  2.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.