Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887700
Buch. 
Drittes 
Maria unter dem Kreuz (neben Johannes) auftritt, ist bereits aufgeführt 
worden; die von Liell S. 814 als älteste Darstellung aufgeführte Scene aus 
S. Valentino fallt schon ins 7. Jahrhundert. 
Es ist eine beliebte Behauptung, Maria sei in der altchristlichen Kunst 
nicht dargestellt worden, bevor das ephesinische Concil (431) ihre Eigenschaft 
als Gottesgebärerin gegen Nestorins festgestellt habe. Das ist genau so falsch 
als die Behauptung, vor den Tagen des Nestorius sei Maria nicht 29.201610; 
genannt worden. Die Darstellungen der Anbetung der Magier, welche in das 
höchste christliche Alterthum hinaufreichen, widerlegen diese Behauptung allein 
schon. Aber es tritt uns auch das von den biblisch-historischen Scenen los- 
gelöste Madonnabild bereits frühzeitig entgegen. Berühmt ist vor allen die 
Jungfrau mit dem Kind und dem Propheten in dem ältesten Theile von S. Pri- 
scilla, welche Ciacconio schon gezeichnet, de Rossi und nun auch Liell1 in 
vortrefflichen Abbildungen bekannt gemacht haben (Fig 1-54). Der Gestus des 
vor der Jungfrau stehenden Mannes in Verbindung mit dem über ihr aufgehen- 
den Sterne hat de Rossi bestimmt, in jenem den Propheten Isaias zu sehen: eine 
Erklärung, welche bei dem besonneneren Theile der Archäologen allgemeinen 
Anklang gefunden hat. Das Gemälde befindet sich, wie bemerkt, in dem 
noch dem Ausgang der apostolischen Zeit angehörenden Theil der Katakombe, 
und es liegt auch in seiner stilistischen Behandlung kein Grund vor, es nicht 
dem Ende des 1. Jahrhunderts zuzuweisen. Verwandt mit dieser Scene ist 
ein Fresco in S. Domitilla, welches anscheinend die Prophezeiung des Pro- 
Inlag. 
ROSSI 
IDE 
scelte 
LIELL
        

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