Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887516
Altchristliche Malerei. 
wartig nicht mehr haltbar, und insbesondere lässt sich aus dem noch von 
Garrucci angezogenen Gedichte ,De ave Phoenice" des Pseudo-Lactantius nicht 
mehr entnehmen, als dass der Blick des Gläubigen hinter dem einfachen 
Kreuze auch den Gekreuzigten selbst zu sehen pflegte. In der Zeit des 
Kaisers Justinian d. Gr. sah Choricius in der Kirche des hl. Sergius zu 
Gaza ein Wandgemälde mit Christus dem Gekreuzigten zwischen zwei Räubern. 
Ungefähr gleichzeitig ist die Notiz, dass Anastasius Sinaiticus (um 550) 
seinem ,Hodegetikos' das Bild eines Gekreuzigten beifügte. Aus den An- 
fangen der fränkischen Zeit besitzen wir zwei Werthvolle Angaben: die des 
Venantius Fortuna- 
tus, welcher in einer 
' ' Kirche zu Tours eine 
M mit dem Bilde des Ge- 
gi t kreuzigten gestickte 
 4 Palla sah, und die 
x_ rzahlung des Gre- 
ß? gorius von Tours, 
 dass um 593 in einer 
Kirche zu Narbonne 
r sich ein Cruciiixus be- 
i. ä fand, der durch seine 
' Nacktheit Anstoss 
Ä A E gab. Es war begreif- 
(5  L lich, dass die Rück- 
Z  sieht auf den schmäh- 
( liehen Charakter der 
0 erst in der c0nstan- 
 q! tinischen Zeit ab- 
6  geschafften Kreuzes- 
E strafe und die all- 
gemeine Abneigung 
i gegen die Darstel- 
lung des Schreck- 
lichen die Gemeinde 
noch längere Zeit von 
der Veranschaulich- 
Fig. 135. Spottcrucifix vom Palatin. 11118 der Kreuzigung 
abhalten musste; und 
auch als man im 5. J illlflllllldßft sich zu dieser entschloss bewahrte man einen 
antiken Zug darin, dass man noch bis zum Beginn des, 2 Jahrtausends den 
lebenden und nicht den todten Christus am Kränze darstellte Das früheste 
Vorkommen des Cruciiixus wird man aber jetzt in den Reliefs der Holzthüre 
Voll S. Sabina in Rom (Fig. 136) und der Londoner Elfenbeinplatte (Fig. 137) 
erkennen. Die stärksten Gründe sprechen dafür dass jene dem 5 Jahrlizundert 
angehören. Das erste Relief jener Thüre zeigt nun vor einem architektoni- 
schen Hintergrund drei nackte männliche Gestalten von denen die mittlere 
grösser ist als die beiden anderen. Die nur mit einem kurzen Schurz be- 
deckten Körper sind gut modellirt die Köpfe bartlos die Hände und wahr- 
Sßheinlich auch die Füsse mit Nägeln durchbohrt. ObiKreuzbalken vorhanden 
und die Augen des Erlösers geöffnet sind, lasst sich nicht mehr unterscheiden.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.