Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887504
VDrittes Buch. 
die schlafenden Wächter des Grabes sitzen; eines der Oelfläschchen in Moiiza 
zeigt uns die Frauen am Grabe Christi (Fig. 134), und ein Sarkophag in 
S. Celso in Mailand dieselbe Scene auf der einen, Thomas die Wundmale 
des Herrn berührend auf der andern Seite des auch hier thurmartig gebildeten 
Grabinonuments. 
Christi Christi Himmelfahrt ist auf einem vaticanischen Sarkophave an- 
 gedeutet, wo der Herr die Füsse auf einen von der persoiiiiicirten Erde ge- 
haltenen Schleier 
   f, a, stellt um ebenvo i 
  den Aposäeln, Pel- 
V01"   mit öfter    W"-   Nil)    , 
   Vttilllgälllllllliiäiitt trus die Gesetzes- 
     rollo darreichend. 
    l-    Wir dürfen an 
                
    nehmen, dass erst 
 sfsßg äuäsaläs fies 
Fig. 133. Sarkopliag des Lateraiimiiseunis.  3' r un er s 
bezw. im 5. Jahr- 
hundert die Leidenseeschiehte des Herrn zur Darstellung gelangte. Gegen 
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die de Rossfsche Annahme, dass bereits ein Wandgemälde des 2. Jahrhunderts 
im Coemeterium des Praetextat die Dornenkröiiung biete, erheben sich doch 
mannigfache Bedenken, auch wenn man nicht mit Garrucci in dem berühmten 
Fresco die Taufe durch Aspersion erblicken will. Lateranensische Sarkophage 
Passions- des 4. und 5. Jahrhunderts stellen, wie schon bemerkt, die Dornenkröii ung 
"m" und die Kreuztragung vor, und letztere findet 
sich auch auf einer der beiden Elfenbeintafeln des 
 Britischen Museums, auf Welcher uns die früheste 
MA Darstellung der Kreuzigung geboten uvird. 
 Von allen Passionsscenen hat keine für die 
45 K"  Kunstgeschichte grössere Bedeutung als eben die 
Kreuzigung. g j lila   Kreuzigung; die Frage, Wann Kreuzigungs- 
Ä:    bilder bezw. der Cruciiixus zuerst in der christ- 
Ü? Ä ßiiäßviwävvliöi lichen Kunst auftreten erschent dah l  
 l    der lwbhtg t ' e lt a belt ad iine 
frage;    l r 1 i s en unsern egens an e re en en 
6554   ("Q7 C0ntroversen1. Bekannt ist, dass uns für die 
WM "(als Kenntniss des bei der Kreuzigung beobachteten 
Mäh aß Verfahrens ein einziges, aber ein höchst wichtiges 
Fig.134. Oeliiäschchen aus Monza. monumentales Zeugniss heidnischer Hand aus der 
ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts vorliegt, das 
Das Spott- berühmte Spottcrucifix vom Palatin (Fig. 135), jetzt (seit 1857) in: Museo 
"mmx Kircheriano, Welches den Act der Anbetung des unter dem Bilde des Esels 
geschilderten Christengottes durch einen Gläubigen darstellt. Der Gekreuzigte, 
ein Mann mit einem Eselskopf, steht auf einem Suppedaneum und ist mit 
dem kurzen Colobium bekleidet 2. Die Annahme, als ob bereits Schriftsteller 
des 4. Jahrhunderts das Vorkommen von Crucifixbildern bezeu ten ist egen- 
g 7 g ö 
1 DOBBERT zur Entstehungsgeschichte des 
Cruciüxes (Jahrb. der königl. preussischen 
Kunstsamml. I (1880) 1. 
2 Für dieses in archäologischer Hinsicht 
so hochwiohtige Denkmal muss hier auf 
GARRUCCI I1 erociüsso graffito (Roms 1857), 
KRAUS Das Spottcruciiix vom Palatin (Freib. 
1872) und Real-Encykl. II 774 verwiesen 
werden. Bekannt ist, dass dasselbe den 
TERTULL. Apol. c. 11 erwähnten Vorwurf, 
es verehrten die Christen einen Gott mit 
Eselsohren, illustrirt.
        

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