Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887493
 
Altchristliche Malerei. 
des Ohoricius in einer Kirche des 6. Jahrhunderts zu Gaza gemalt. Einigemal 
findet sich die Nativitas auf Sarkophagen1, wie auf dem zu Mailand in 
S. Ambrogiog, mehrmals auf geschnittenen Steinen, öfter auf Elfenbeineii. 
Die Anwesenheit von Ochs und Esel ist eine Sage, welche, wie es scheint, 
aus Hab. 3, 17 gebildet, schon seit dem 3. oder 4. Jahrhundert in den 
Apokrypheii auftritt (Evang. Pseudo-Mattli.) und auch bereits Prudentiusß 
und Hieronymus4 bekannt war. Dementsprechend 
  q  findet sich diese Verwendung eines apokryphen Stoffes 
 ungefähr seit Mitte des  Jahrhunderts auf den 
    Sarkophagen, .zum erstenmal 343 (Fig. 132). _Die 
xX Anwesenheit der Hirten auf den Nativitas- 
 bildern bemerkt man auf Coemeterialgemälden nicht; 
  dagegen wol einigemal auf Sarkophagen (z. B. Bor- 
  j TARI tav. 193), auf einem der Oelgefasse von Moiiza, 
    auf einem Werdener Elfenbein des  Jahr- 
  hunderts 5. 
  2.3.5  Der Kinderniord ist, so sehr die Verfolgungen Kinder- 
 13W  53111    anscheinend zu diesem Thema einladen mussten, in mori 
    FÄWIAAN 31 der Zeit vor Oonstantin schwerlich dargestellt worden. 
[f Qgw,     Erst gegen Ende des 4. Jahrhunderts dürfte er, mit 
    dem schönen Hymnus des Prudentius zu Ehren der 
14T?  „ F  Flores martyrum, die Phantasie der Künstler an- 
k iq" i" 'Ä' gezogen haben. So finden wir ihn zuerst auf dein 
Fi   cn ein mi er eise    
g 131 Hilf] äetmehetnf R Sarkophage von St-Maximin in der Provence 6, etwas 
später auf Elfenbeinen und auf dem Mosaik Six- 
tus' III in S. Maria Maggiore. 
Noch seltener ist die Verklärung Christi dargestellt, Welche uns verkiarqns 
zuerst W01 auf der Lipsanothek zu Brescia (4. Jahrhundert) begegnet: Christus Chnsth 
erscheint zwischen zwei anderen Personen, von 
PLACIDOET OMVLO Co oben reicht die Hand Gottes herab 7; sodann erst 
 (2  s? im 6. Jahrhundert auf dem Mosaik von S. Apol- 
  v! linare in Olasse zu Ravenna (567), wo die Stelle 
ÄLS, 1' k des Herrn durch ein reich geziertes Kreuz zwi- 
l  iyäfiä ä  sehen Moses und Elias eingenommen wird. Das- 
I,  , iim   selbe Alter wird das Mosaik in der St. Katharinen- 
      
y  i.   1th kapelle auf dem Sinai haben, welches man mit 
F " 7-1129:- g; Unrecht ins 4. Jahrhundert gesetzt hat. 
i  1 2. Geburt hri i. on einem    
s fgarkophag vfm 5:3 101m Die Auferstehung des Herrn wird in ersäi; 
der ältesten Kunst nicht zur Anschauung gebracht. des Herrä 
Erst allmählich tritt man im 4. Jahrhundert diesem Sujet näher, und zwar 
immerhin so, dass der Act der Resuscitation selbst nicht vorgeführt wird, 
sondern die ihm folgenden Momente; ein Sarkophag des Lateranmuseums 
(Fig. 133) begnügt sich mit der Darstellung des Labarums, unter welchem 
1 Vgl. LIELL a a. O. S. 221. 
2 ALLEGRANZA Mon. p. 63, tav. 5. 
B PRUDENT. Cathem. XI 77. 
4 Peregrin. s. Paulae (TOBLER Itin. terrae 
sanctae I 33).  Vgl. m: ROSSI Mus. Lf. 18. 
5 Vgl. hierzu Real-Encykl. I 666 und II 
484. M. SCHMID Die Darstellung der Geburt 
Christi in der bildenden Kunst. Stuttg. 1890. 
DOBBERT in Jahrb. der königl. preuss. Kunst- 
sammlungen VI (1885) 158. BALDORIA in 
,L Ttalia artistica etc." IV (1886) 134. 
G LE BLANT Sarcoph. de 1a Gaule No. 214, 
pl. 51 1. 
7 ODERICI Antich. di Brescia tav. 5M.
        

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