Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887355
Altchristliclßläijlerei. 
2, 1-12; Fig. 105), von der wir bereits oben eine Darstellung kennen 
geäernt haben, weist in der Anzahl der Krüge mancherlei Abweichungen 
lln Freiheiten dem biblischen Text gegenüber auf. Am reichsten gestaltet 
sie sich in der ravennatischen und oberitalienischen Elfenbeinkunst des 
5-7. Jahrhunderts, wo sie bereits rein historisch behandelt wird (auf dem 
Bischofsstuhl des Maximian und dem von BUGATI Mem. di S. Celso p. 282 
veröffentlichten Diptychon des 5. Jahrhunderts). Die wunderbare Ver- Brod- 
mehrung der fünf Brode und zwei Fische (Matth. 14, 17. Luc. 9,  
Joh. 6, 9) und diejenige der sieben Brode und wenigen Fische 
(Matth. 15, 36), welche uns auf Gemälden, Sarkophagen, Goldgläsern, Grab- 
steinen u11d Mosaiken begegnen, zeigen den Herrn in der Regel die eine Hand 
auf die dargebotenen Brode, die andere auf die Fische legend, oder mit der 
Rechten den Stab der Allmacht über die Brodkörbe ausstreckend. Eine merk- 
Würdige hieroglyphische Andeutung des Wunders statt seiner vollen Darlegung 
Weist ein Grabstein1 auf, wo einfach fünf Brode und zwei Fische dargestellt 
sind. Aus den verschiedenen Blindenheilungen des Neuen Testamentes Blinden- 
sehen wir namentlich die Heilung des Blindgeborenen (Joh. 9 ,  aber hemmge" 
 auch diejenige zweier Blinden (Matth. 
  9, 27-31; vgl. Fig. 106) und die des Bar- 
  i  timaeus (Marc. 10, 46. Luc. 18, 35) ver- 
Q2    wendet. Der Hülfsbedürftige wird nach 
i,   Kßöng  G  dem constanten Kanon der alten Kunst 
Ei    in  , x  M,  meist 1n kleinerer Korpergestalt vorgefuhrt. 
.1, h; y    Ebenso häufig ist auf allen Gattungen von 
  „  ß,   "  Monumenten d1eHeilung der Gichtbrüchigen, 
w i   l 715," i  l von denen der eine zu Kapharnaum durch 
 j ggf"   das Dach des Hauses vor Jesus gebracht 
      7' (Matth. 9, 1-8. Marc. 2, 1-12. Luc. 5, 
 i, 17-26), der andere zu Jerusalem am Teiche 
 Bethesda geheilt wurde (Joh. 5, 1-16). 
(Frasco in S_ Domtmm) In der Schilderung des erstgenannten Vor- 
van s, welche u  
Elfenbeinen der späteren J ahrhundgrteghgl. die Mingtiir (die? Qliagäilililiidindlelxiiti 
in der Bibl. Nat. zu Paris) eine weitere Ausbildung erfuhr, hat man eine 
Beziehung auf das Busssacrament zu ünden geglaubt 2. Letztere ist auf 
Katakombenbildern und Sarkophagen die gewöhnlichere- das von dem Ge- 
heilten weggetragene Bett hat mehrfach Anlass gegeben, hier Samson mit 
den Thoren von Gaza zu vermuthen. Einmal ist das Liegen der Kranken an 
der Piscina probatica unter dem Geheilten Vorgestellt 3. Die Heilung der 
Hämorrhoissa (der blutiiüssigen Frau; Matth. 9, 20. Marc. 5, 25. Luci38 43) Die Hämor- 
gehört demselben Gedankenkreis an, scheint aber dem ältern Cyklus nicht rhoissih 
angehört zu haben. Ungewiss ist, ob wir sie mit de Rossi auf einem Gemälde 
in der Praetextat-Katakombe zu sehen haben 4. Die Sarkophagreliefs zeigen 
ifiiiaetäiifelirllhläiiiteäaiteii3133: 15253412"aliisileäfginfilirbiäii 332i  
1 Bei PERRET V pl. 4715. 
2 MÜNZ in Real-Encykl. 1605. Vgl. dazu 
S. 604; II 626, wo ich die Zusammenstellung 
bes. der späteren Denkmäler gegeben habe. 
3 Auf einem vaticanisohen Sarkophag; 
Real-Encylälopädie der christlichen Alter- 
thülner II Fig. 402. 
4 Bull. 1872, p. 64.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.