Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887260
Drittes 
Susanna. Die Conmzendatio animae zählt auch Susanna unter den Vorbildern 
unserer Rettung auf. Die früheste Darstellung aus ihrer Geschichte wird 
das 1845 von Perret (I pl. 78) gefundene Katakombengemälde sein, welches 
Susanna und die beiden Alten unter den Bildern eines Lammes zwischen zwei 
Wölfen schildert (Fig. 91). Die beigesetzten Inschriften lassen keinen Zweifel 
an dem Inhalte des Fresco. Wir finden dieselbe Scene auf Sarkophagreliefs 1. 
Auf einem Arlesschen Sarkophag ist die ganze Gerichtsscene wiedergegeben; 
auf einem Carneol des Kircherianum und einem Goldglas erscheint Susanna 
nackt als Orante 2. Die Elfenbein-Lipsanothek zu Brescia zeigt sie als Orans 
zwischen den Greisen und dann fortgeführt vor das Gericht Daniels. Erwagt 
man, wie früh die Geschichte der Susanna eine allegorische Ausdeutung er- 
Xi fuhr und wie namentlich um die Zeit, WO das Coemeterium 
    des hl. Callistus eben angelegt wurde, Hippolytus (In Daniel 
f! et Sus. [ed. FABa] p. 2274) diese Figur als ein Symbol der 
K  von den Heiden und Juden verfolgten Kirche Gottes er- 
   9 f klärte, so wird man auch hier kaum in Abrede stellen 
 w] können, dass die Hoffnung auf die Rettung des Einzelnen 
 sich näit dem Gedanken an diejenige der Gesammtheit ver- 
Fi .92. Tobia. occas. Schmo z' 
Samson. g s GHD] Samson die Thore von Gaza auf den Berg 
tragend wurde von den älteren Forschern auf einem Gemälde von S. Ermete, 
einer Broncemedaille und neuerdings auch auf einem Kölner Goldglas gefunden. 
In Wirklichkeit scheint hier überall eine Verwechslung mit der Heilung des 
Gichtbrüchigen vorzuliegen, und es muss daher sehr zweifelhaft erscheinen, 
0b der von Melito und Augustin als Vorbild des auferstandenen Erlösers auf- 
gefasste Typ Samsons in der altchristlichen Kunst vertreten ist 3. 
Tobias. Dagegen war dieser die Geschichte des Tobias nicht fremd. In der 
Vorhalle der Basilika des hl. Felix war der ältere Tobias wol als Pendant 
zu dem Dulder Job gebildet (PAULIN. NoL. Poem. XXVIII 25); der jüngere 
erscheint auf Katakombenbildern, Sarkophagen, Gold- 
gläsern u. s. f. in verschiedenen Situationen. Bald trägt 
ß- er den Fisch am Schwanz und zeigt ihn seinem mit langer 
kr Tunica bekleideten Reisegenossen, bald holt er den Fisch 
 X) aus oder zieht ihn aus dem Wasser (Fig. 92). Auch der 
 ä Beginn der Reise unter Führung des Engels, der junge 
ü;  Tlobias, wie er Herz, Galle und Leber des Fisches in Be- 
g eitung seines Hundes nach Hause bringt (Fig. 93), endlich 
Figßa Tobm Idler Vater Tobias, vor seinem Hause sitzend, dem der 
und sc meichelt (Sarkophag zu Verona), finden sich dar- 
gestellt. Die von mancher Seite4 beliebte Ausdeutung dieser Einzelscenen 
kann ich nicht annehmen. Die Verwendung der Geschichte der beiden Tobias 
soll meines Erachtens nur, wie die meisten der älteren biblischen Scenen, die 
Allmacht und Güte Gottes zur Aufrichtung der Gemeinde nahe bringen; 
möglich, dass eine gewisse Beziehung auf den Ichthys unterläuft. 
David und Vielleicht gilt dasselbe von David und Goliath, deren Kampf auch 
Gonath" in der Comiznendatio animae angerufen wird: ,Libera, Domäne, (onimam eins, 
(YArIeS 
132. 
tav. 3 7. 
1 LE BLANT Sarcoph. 
Sarcoph. de 1a Gaule p. 27. 
2 GARRUCCI Vetri p. 37, 
3 Vgl. HEUSER in KRAUS 
pädie II 715. 
4 Vgl. ebd. II 872. 
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