Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887226
Drittes Buch. 
eine Inschrift des  Jahrhunderts als die massgebende Illustration der 
hier in Rede stehenden Scenen ansiehtl. 
Die älteren Darstellungen des Sündenfalls zeigen eine leidlich gute und 
zuweilen durchaus realistische Behandlung der ganzen Gruppe und insbeson- 
dere der beiden nackten Gestalten der Stammeltern. Auf den Werken der Deca- 
denz, seit dem 5. Jahrhundert, ist gerade auch bei diesem Sujet die rasche 
und völlige Abnahme des künstlerischen Vermögens ersichtlich. So sehen wir 
in zwei Schöpfungen des 6. und 7. Jahrhunderts, auf dem Mosaikfussboden 
von Palma (auf Mallorca, 1853 gef.) und auf dem musivischen Schmuck des 
alten Baptisteriums von Valence, die Figuren Adams und Evafs zu puppen- 
haften Caricaturen herabsinken. Zwei der frühesten merowingischen Arbeiten, 
welche uns erhalten sind, die Fragmente des Broncebechers von Abbeville und 
Wies-Oppenheim, knüpfen wieder entschieden an die römische Tradition an 2. 
Abehund Abel und Kain, wie sie Gott ihre Opfer darbringen, sind bisher nur auf 
Kam" einigen Sarkophagen nachgewiesen. Man sieht die beiden Brüder Gott, der 
als bärtiger Alter geschildert wird und auf 
 lllliiilll. einem bedeckten Sessel thront ihre Gaben dar- 
lllgfliqili'r_ Faißllvallltl allg;      '  
Ilyäpiheill,  Willi, iifflllll: bplllgell (Fig.  im Hintergründe erscheinen 
  (V  
 gvyiiiwi;  lfw einmal Adam, ein anderes Mal Adam und Eva. 
lil  [Im]  ,  Man wird am liebsten an die Deutung Melitojs 
 ß  Qlsw,g?liim__  denken, der in Abel den Typ Christi, in Kam 
l W A55. denjenigen des den Messias tödtenden Juden- 
Y " '77 I'd  H" lkes sieht (S ic. Sol. III 801). Viel s ater 
 j-   _ r 1  x V0  p   P.  
 1' ifß!  g  {uläxu erst dürfte die Beziehung auf die Eucharistie 
m;  [f Wl _l h mp1"? eintreten, welche wenigstens bei dem Mosaik 
i      o S.Vitale zu Ra enna3 lat grefe che" t; 
   hieii ist das Opfe: der beidbäi] Brilidelrs in 112a- 
K61! W" l K,   rallele gesetzt mit demjenigen Melchisedeks. 
Die Paril- giäs-aäilgfiful 7:, III Die Paradies esflüsse haben wir als 
diesesmlssß  Andeutung der in den vier Evangelien uns zu- 
iilllilllllliiäälhllWill lll1lila?1lllllllllillllllllilllli strömenden Wahrheit bereits bei Besprechung 
Fig 8a Sarkophagrelief aus s_ Agnesa der Symbolik des Hirsches kennen gelernt. Es 
sei noch erwähnt, dass man  0b mit lnn- 
reichendem Grunde?  in ihnen auch die vier Cardinaltugenden versinnbildet 
fand (vgl. AMBRos. De parad. c. 3), Welche Symbolik man namentlich auf 
einem Grabstein aus S. Priscilla zu erblicken glaubte 4. 
Das Opfer Zu den allerwichtigsten unserer biblischen Scenen zählt das O pf er Abra- 
Ab"nhams' hams, dessen Beziehung zu dem Kreuzestode Christi von Tertullian (Adv. 
Iud. c. 10. 13) in einer Weise dargestellt wird, welche vermutlien lässt, 
dass ihm, als er sein Buch gegen die Juden niederschrieb, die Bilder der 
Katakomben, welche er gesehen haben musste, vorschwebten. Denselben Ein- 
b 
1 Es ist das Carmen sepuZc-rale der 
Agape, welches DE ROSSI (Bull. 1884 bis 
1885, p. 73; Inser. 1[ p. xxx) also resti- 
tuirt hat: 
Dixit et hoc pater omnipotens cum [pelleret 
Adam]: 
De terra sumptus terrae traderis hu[ma.n- 
das]. 
Sie nobis sita filia e[s]t Agape Christ[u1nque 
secuta  
bis denos septemque annos eme[n]sa [re- 
surget] : 
lmec illi per Christum fuerat sie [plena se- 
nect-us]. 
2 GARRUCGI Star. tav. 4614.  LINDEN- 
SGHMIT Alterthümer der Vorzeit III, Heft; 4, 
Taf. 4. Vgl. KRAUS Christl. Inschriften der 
Rheinlande I Nr. 21. 
3 CIAMPINI Veb. mon. II tab. 21. 
4 Vgl. Real-Encykl. II 586.
        

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