Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887189
Drittes Buch. 
einmal auf einer Sedes decussata ; neben ihm einer oder mehrere seiner Freunde, 
die Frau, einmal sich den Mantel vor die Nase haltend (Job 19, 17 ; vgl. Fig. 76) 
und ihm auf einem Stock ein Brod reichend. Auf den römischen Sarkopliagen 
tragt Job die Tunica allein, auf den gallischen hat er darüber noch den Mantel 
und einmal auch ein Buch, das Emblem des Propheten. Dem christlichen 
Alterthum war Job, wie das bereits der I. Glemensbrief (c. 18) bezeugt, 
das Sinnbild der alles ertragenden Demuth, die lebendige Illustration von 
Ps. 112 7 (de stereore erigit pauperem), wie das Paulin von Nola anscheinend 
mit offener Berücksichtigung unserer Bilder auseinandersetzt (Ep. XXIX 3). 
Man sah aber in ihm auch ein Vorbild Christi (Origenes u.  und der Text 
Job 19, 25 (Scio guod rede-mptor meus vivit et in zzovissimo die de terra sur- 
recturus sum et rursum, CiTClHIZdCtÖOT pelle mea et in carne mea videbo Deum 
memn etc.) liess den Dulder in eine besondere Beziehung zu dem Dogma von 
der Auferstehung des Leibes treten, so dass in Grabschriften Anklänge an diese 
Stelle oder, wie auf dem Grabstein des Bischofs Flavian von Vercelli (ca. 550), 
geradezu eine fast wörtliche Verwendung derselben platzgreift. Gleichwol 
dürfte, wie die Anrufung des Beispiels Jobs in den Funeralliturgien nahe- 
legt, der den Job-Dar- 
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' "T1  i .1 i; ' JH ,lßllllllll,_e_w äülflfll" die Liturgie, auch hin- 
Fig. 77. Daniel. Fig. 78. Daniel, denDrachentüdtend.  Daniels in 
der Löwenvrube und 
der drei Jünglinge im Feuerofen gelangen. Erstere Darstellung gehört zu 
den allerhäuügsten, und zwar ündet sie sich bereits, wie wir gesehen, am Ein- 
gang von S. Domitilla, zu Ende des 1. Jahrhunderts, dann auf Fresken, Sar- 
kopliagen, Gläsern, Elfenbeinen, Medaillons, Mosaiken, auf einem Tabernakel- 
bogen aus Africa (Bull. V 2, 67). Daniel steht meist (nicht immer) völlig 
unbplkleidet i]i3i,der)Haltpng des gfäillli (nuÄ einmaldnicäit: souiaäif dem Sarkophalg 
zu ucq in earn m1 auswes recr en rmen a im ; zuwei en sie t 
man den Propheten Habakuko ihm die Speise bringen, ZÄDWGllGII sind ihm noch 
andere Personen beigeordnet, in denen man eher ein müssiges Pentimento 
des Künstlers als Engel anzuerkennen hat. Ein lateranischer Sarkophag zeigt 
den Propheten Habakuk, von der Hand Gottes gehalten, statt des Engels des 
Buches Daniel (14, 85). Die Rücksicht auf Cgnstit. Apost. V 10 wird uns 
nöthigen, in Daniel so gut wie in Lazarus und Jonas auch einen Hinweis 
auf die Auferstehung zu sehen. Der Umstand, dass das dem Gefangenen 
lVgl. zu den Job-Bildern die Ausfüh- 
rungen LE BLANTS in: Explic. d'un sarcophage 
chrätien du Musäe lapidaire de Lyon, und 
Sarcoph. d'Ar]es und Sarcoph. de 
 HEUSER in KRAUS Real-Encykl. 
in seinen 
1a Gaule. 
II 61 f.
        

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