Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887120
Drittres Buch. 
von S. Agnese (d. i. dem Ostrianum) und später de Rossi wieder in S. Ciriaca 
fanden, zu erwähnen (Fig. 70). Die Grabschriften spielen in einer Weise auf 
diese Parabeln an, welche keinen Zweifel daran lässt, dass man sich die gott- 
geweihten Jungfrauen (Deo dicatae, sacratae) unter den weisen Jungfrauen des 
Evangeliums in ganz besonderer Weise dachte 1. S0 bilden diese Darstellungen 
den Uebergang zu der im Mittelalter so beliebten Vorstellung, welche die 
klugen Jungfrauen als Typ der Beseligteil, die thörichten als Typ der Ver- 
worfenen dachte: wie dann de Rossi im Anschluss an das Mosaik der Facade 
von S. Maria in Trastevere den Nachweis geliefert hat, dass die klugen Jung- 
frauen überhaupt als Typ der die heilige Jungfrau in ihrer Herrlichkeit um- 
gebenden seligen Frauen aufzufassen sind 2. 
So haben wir einige biblische Sujets gefunden, die, wie der gute Hirte, 
zu den frühesten symbolisch-allegorischen Vorstellungen der altchristlichen 
Kunst gehören. Aber auch die historischen Scenen, welche zunächst zur 
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Fig. 70. Gleichniss von den klugen und thörichten Jungfrauen. Wandgemälde aus S. Ciriaca. 
(Nach de Rossi.) 
Verwendung gelangen, treten aus dem Rahmen der Allegorie nicht völlig 
heraus. War die ganze Exegese des christlichen Alter-thums von der Ueber- 
Zeugung beherrscht, dass das Alte Testament die Ankündigung des Neuen 
und das Neue die Erklärung des Alten sei  im veteri testamento ozozrizzrnz. 
latet, in novo vetus patet (Aue. In Exod. c. 73)  so entsprach dem auch die 
ursprünglich rein typologische Verwendung der biblischen Geschichten. Die 
ältesten Sujets, welche uns in_ den Katakombenbildern des 1. und 2. Jahr- 
hunderts begegnen, sind Noe in der Arche mit der Taube, die ihm den Oel- 
zweig bringt, das Opfer Abrahams, Moses, der das Wasser aus dem Felsen 
schlägt, Daniel in der Löwengrube, die drei Jünglinge im Feuerofen, Jonas 
in den verschiedenen Situationen: wie er aus dem Schiff herausgeworfen und 
von dem Seeungeheuer verschlungen, dann wie er von diesem ausgespieen 
wird, und endlich wie er unter der Kürbisstaude ruht; aus dem Neuen Testa- 
mente der gute Hirte, die Auferweckung des Lazarus, die Anbetung der 
1 Vgl. MÜNZ in KRAUS Real-Elmcykl. II 83 f. 
WILPERT Die gottgeweihten Jungfrauen in den 
ersten Jahrh. der Kirche (Freib. 1892) S. 65 f. 
2 DE Rossl Musaici crist. I, am Schluss. 
Vgl. dazu das Mosaik von S. Cecilia in 
Rom bei GARRUCCI Stor. tav. 2704-2722
        

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