Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887091
Altchristliche Malerei. 
folgungen zu erkennen geglaubt, und es liegt kein Grund vor, das Auftreten 
desselben ohne weiteres in Abrede zu stellen. Aber tritt das Kreuz als religiöses 
Symbol der Christen vor Constantin und vor der officiellen Abschaffung der 
Kreuzesstrafe (durch das von CAssionon. Hist. trip. I 9 und SozoM. I 8 er- 
wähnte, aber in die Pandekten nicht aufgenommene Gesetz) unverhüllt und 
Zugestandenerweise auf? Bis jetzt ist kein Beweis dafür geliefert. Vielmehr 
erlaubt der gegenwärtige Bestand der Denkmäler nur folgende Entwicklung 
festzustellen. 
Zunächst begegnen wir in wenigen, aber doch nachweisbaren Beispielen 
der Verbindung des X und I3 zu X und ebenso der Sigla Ill bereits 
vor Constantin, jedoch regelmässig nur als einem Compeazdienzz scripturae, 
indem die Anfangsbuchstaben der Namen Xpzdrdg und 7170054; statt des voll- 
ständigen Namens stehenl; dann der von dem ,Computus Paschae" um 243 hervor- 
gehobenen Zahlensymbolik der später üblichen vollständigen Sigla l H C. Einige- 
mal kommt IN Ä S in Christa vor. Als isolirtes Zeichen ist X vor 
Üonstantin nicht mit Sicherheit nachzuweisen; seit Anfang des 4. Jahrhunderts 
aber wird es öffentlich gebraucht, doch ist zweifelhaft, ob es bereits 298 nach- 
zuweisen ist. Gewöhnlicher wird es seit 331; seit 347 oder 348 iindet man es 
auf römischen Epitaphien mit dem Kreuz combinirt zu der Form X; diese 
leitet zu der sogen. Orux monogrammat-ical aß über, welche ein Grabstein 
von 355 in Rom zuerst bietet. Die letztere erhält sich längere Zeit neben dem 
k, bis gegen Anfang des 5. Jahrhunderts auch das F aus diesem Signum 
Christi eliminirt wird und die einfache Gestalt des gleichschenkligen Kreuzes 
-l- hervortritt. Von 409 ab tritt auf römischen Steinen das X kaum 
mehr, das 4? nur noch selten auf; etwas langer halt sich erstere Form im 
Orient. Damit stimmt auch der Befund der Münzen 2. Auf den Münzen Con- 
stantins und seiner Söhne ist das Vorkommen des Kreuzes noch höchst selten 
oder vielmehr durchaus zweifelhaft, wenn auch das nackte Kreuz hier etwas 
früher als auf anderen Denkmälern Italiens und Galliens erscheint. Die beiden 
Formen des Monogramms, Ä und 42, werden in sehr zahlreichen Fällen in 
den nachconstantinischen Regionen unserer Coemeterien, in den älteren ersteres 
äusserst selten  letzteres gar nicht gefunden; doch will man hier das dis- 
simulirte X, X und das Hi! einigemal bemerkt haben. Einen ent- 
schiedenen Umschwung zu Gunsten des unverhüllten Kreuzes glaubt de Rossi 
in der Wiederaufiindung des Kreuzes in Jerusalem, in dem constantinischen 
1 Vgl. DE RossI Roma sotterranea II 277. 2 Vgl. meine Zusammenstellung im Art. 
320. 321; III 132. 181; Bull. 1873, p. 73; ,Münzen', Real-Encyklopädie der christlichen 
1888-4889, p. 33, u. ö. Alterthümer II 432.
        

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