Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887051
Malerei. 
Altchristliche 
als Symbol des Gläubigen festzuhalten. Wir werden damit sofort zu einer 
andern symbolischen Bedeutung des Sujets übergeleitet. Auf einem von 
de Rossi publicirten Broncegefass aus Tunisl sehen wir die Orans zwischen 
einem Palmbaum und einer geflügelten Victoria mit Palmzweig und Krone, 
mit einer Garbe Getreide in den Händen. Aus der Gegenüberstellung des 
guten Hirten leitet de Rossi eine symbolische Erklärung ab, indem er die 
Orans als ein Bild der im Paradies triumphirenden Kirche 
Kg; erkennt. Indessen ist diese Deutung nicht sicher, und 
  Garruccfs Auffassung der Frau als einer Personiiication 
 ltx  v, der Stadt Karthago hat manches für sich. Wie dem 
  immer sei, an sich ist nicht zweifelhaft, dass die Vor- 
; stellung der Kirche unter dem Bilde des Weibes dem 
 s4 M: altchristlichen Bewusstsein geläufig War. Man kann dafür 
  schon den sogen. II. Brief des Clemens Romanus (c. 14: 
w",  1b äoasu äarlv ö jYpearög, n) äiÄu Ü äxxbyaia), Weiter den 
  i Brief der Lyoner Gemeinde {bei Eusnß. Hist. eccles. 1.  
   die Acta s. Nerei et Ach1lle1(Act. Mart., Mai. III 8), die 
"l w; (m? Inschrift des Papstes Sixtus III am lateranischen Bap- 
wt w; tisterium (virgivzeo foetu genitrix ecclesia Matrix), ferner 
F," 57  die schon bei lämbroäius geb  virgh 0.1135) iändASi- 
b.    dulius auftreten eun im it ea er sie eria en e u  
fassung von Maria als Bild der Kirche anziehen. Freilich, der Monumente, 
auf denen die Orans oder auch nur das Weib als Symbol der Kirche dargestellt 
ist, konnte de Rossi aus älterer Zeit nur wenige beibringen. Einen classischen 
Beleg liefert jedenfalls die bekannte Gegenüberstellung der als Frauen ge- 
schilderten juden- und heidenchristlichen Kirche auf Coelestins I Mosaik in 
S. Sabina. Dann zeigt das ,Exultet' der Barberinischen Bibliothek die Orans 
mit der Beischrift ECCLESIA. Allerdings entstammt diese Darstellung erst dem 
11. Jahrhundert, aber sie kann als Zeuge für eine ikonographisehe Tradition 
ängerufen werden. Gestützt auf die Verse des Abercius-Epigramms    vriang 
"ä 7500578, zu) rzapälßiayzs u. s. w.) erklärte dann de Rossi die Orans neben 
 
1 DE ROSSI Bull. 1867, p. 77. 84 sg., tav. 1.  GABRUCCI Stor. VI 34, tav. 4281.
        

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