Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1887024
Drittes Buch. 
d. i. ,das Licht Christi leuchtet Allen", auf einer Thonlampe vom Berge Sion 
(Rev. archeol. 1868, Juill.); ein bei Biblos gefundenes Kreuz hat auf der 
(I) 
einen Seite A und 00, auf der andern die Worte Z (E) II (Zanj, Q5191, und 
denselben Gedanken sprechen ein Mailänder Kreuz mit (I) C und ein anderes mit 
LVX MVNDI auf dem Kreuzestitel aus 2. Und dazu stimmen die zahlreichen 
Grabschriften, welche den Himmel als den Sitz des Lichtes (    PARADISVM 
LVCIS) preisen oder die AETERNA LVX IN X in Aussicht stellen. 
Die Krone. Ein Sinnbild von grosser Beliebtheit war bereits im Alterthum der Kranz 
oder die Krone (Corona) 3. Gerade der reiche Gebrauch derselben bei gottes- 
dienstlichen Festen und bei den Mysterien liess die Krone und die Bekrönung 
bei strengeren Christen zunächst als etwas Heidnisches, dem Bussgeist der 
Christen Unziemliches erscheinen. Tertullian will daher von der Bekränzung 
Derer, die im Krieg oder Wettkampf siegten, nichts wissen. Aber diese rigo- 
ristische Auffassung hindert doch nicht, dass die Corona frühzeitig als Symbol 
des Martyriums aufkam; Christus selbst als Kampfrichter (dfwuoßäryg) reicht 
die Palme oder den Kranz seinen Blutzeugen als Lohn: jenes in der Vision 
der Perpetua, dieses auf zahlreichen Goldgläsern. Anderwärts sehen wir, wie 
in der Katakombe zu Neapel, den Kranz über dem Kopf einer Orans, und 
dies Motiv kehrt dann später in Ravenna öfter wieder, z. B. in dem Mosaik 
der Euphemia. In einem Goldglas bei Garrucci (Vetri tav.  welches 
die hl. Agnes als Orans zwischen zwei ihr den Kranz darreichenden Tauben 
aufweist, muss man eine bemerkenswerthe Illustration einer bekannten Stelle 
des Dichters Prudentius sehen 4. 
Das Haus. Die Vorstellung vom Grabe als der ewigen Wohnung war dem vor- 
christlichen Alterthum geläufig 5, und es erklärt sich daher die auf römischen 
Sarkophagen auftretende Abbildung der Hadesthüren als eines Symbols dieser 
Wohnung 6. Auch die Christen übernahmen diese Vorstellung, welche in zahl- 
reichen Grabschriften ausgesprochen ist. Dagegen ist mir kein Fall bekannt, 
wo mit zweifellos symbolischer Bedeutung ein Haus auf altchristlichen 
Denkmälern abgebildet wäre, und es scheint also wol, dass wir das Haus 
aus der Reihe unserer Symbole zu streichen haben. 
Der wagen. Das gleiche gilt von dem Wagen. Der von zwei Ochsen gezogene Wagen 
mit Fruchtkorb auf einem Sarkophagfragment des Museum Kircherianum7 
ist gleich anderen ähnlichen Motiven bei Clarac wahrscheinlich heidnisch, und 
der Wagen mit zurückgeschlagener Deichsel auf einem Grabstein bei Bol- 
detti (p. 349) bezieht sich wol auf das Gewerbe des Todten. 
Das Fass. Auch das Fass (Oupa, Dolium) wird nicht zu den Symbolen zu rechnen 
sein. Lupi und Garrucci haben freilich in demselben das Bild des Leibes 
des Gläubigen sehen wollen. Man konnte sich dafür auf Aeusserungen wie 
1 RENAN Mission de Phänicie p. 216. 
2 GIULINI Mem. di Mila-no III 410.  
MÜNZ bei KRAUS Real-Encykl. II 301. 
3 DE WAAL bei KRAUS Real-Encykl. 1334 f. 
4 Peristeph. XIV 7: ,Duplex corona, est 
praestita martyri: intactum ab omni eri- 
mine virginal, mortis deinde gloria. liberaef 
5 STERGKELBERG Die Gräber der Griechen 
S. 22.  R. ROCHETTE Trois Mäm. HI 1-10. 
 BEGKER-MARQUARDT Römische Alterth. 
V 1, 367 f. 
6 Vgl. DÜTSCHKE Antike Bildwerke in 
Oberitalien. I. Bd.: Pisa. (Lpz. 1874), Nr. 146. 
162. 
7 V. ScHULTzE Arch. Studien S. 269, 
Nr. 16.  CLARAC pl. 135 m. 1621".
        

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