Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1886837
Altchristliche Malerei: 
schon bei dem Sarkophag des Iunius Bassus denken dürfe, nehme ich nicht 
an; in den hier zur angeführten Zwölfzahl gehäuften Lämmern sehe ich viel- 
mehr nur das Bild der Gläubigen. 
War der Menschensohn schon Joh. 1, 29 als das Lamm Gottes bezeichnet 
worden, welches die Sünden der Welt trägt, und hatte die Apokalypse 5, 6 
von dem Lamme mit den sieben Hörnern und sieben Augen, das in der Mitte 
des Tlirones steht, gesprochen, so musste darin eine Aufforderung liegen, das 
Lamm Gottes als specifisches Sinnbild Christi zu verwenden. Es scheint in- 
dessen nicht, dass das vor dem 4. Jahrhundert geschehen sei. Von da ab 
beginnen die Darstellungen des Agnus Dali auf einem Hügel oder Berge, 
welchem die vier Paradiescsströme entquelleii. Auf dem Haupte trägt es 
zuweilen das Monogramm Christi (vgl. z. B. die Lampe Fig. 35, wo über dem 
Monograinni noch die Taube sitzt), zuweilen erscheint schon der Nimbus 
um das Haupt, bald auch das Kreuz. Sarkophage und Glasschaleii scheinen 
die ersten Beispiele dieses Typus zu bieten, den 
n dann spätere Katakombenbilder und namentlich die 
Mosaiken häufig wiedergeben. Die Schilderung, 
welche Paulin von Nola von dem in der Felix- 
 i" kirche zu Nola angebrachten Gemälde entwirft, lässt 
N  uns auf die Popularität dieser Composition zu Ende 
 i" ill des 4. oder Anfang des 5. Jahrhunderts schliessen; 
K7 auch er spricht von dem in Gestalt der Taube Ijlron 
45K   w  oben herab über das Lamm hinschwebenden ei- 
fclwlllll ligen Geist und dem blutigen Kreuze, unter wel- 
il l  phfän Äles äiamgies Giestalt slteht. dNoch (zltwais spiäßeä- 
i"  i, "i ä ie en zan inern eson ers ge äu ge r, 
 das Lamm mit dem Kreuze auf dem Throne liegend, 
{Ö i Q lüi in der sogen. Etimasia, vorzustellen. In Rom sehen 
Kiel  IHN wir auch auf späteren Bildern, wie in dem Coe- 
   "il "I meterium S. Pietro e Marcellino, Christus thronend 
q  i, S zwischen Heiligen und unter ihm das mit dem Mono- 
 Q1135,  gramm in einem Nimbus gekronte Lamm auf dem 
 35 mmpc Hügel mit den vier Quellen. Längere Zeit hindurch 
(reist; gr ZEÄZTÄÄÜGHSIiIZI-filii LiitmäiiiäiiichoftitbtiuZiäii 
ni  e irance   , 
darstellungen häufiger wurden und aus nicht völlig 
durchsichtigen Gründen dann das Concilium Quinisextum (692) die Lammes- 
bilder verbot. Der merkwürdige Kanon dieser Synode lautet: ,Auf einigen 
Gemälden der ehrwürdigen Bilder wird das von dem Finger des Vorläufers 
gezeigte Lamm vorgestellt, das als ein Typus der Gnade gilt und uns das 
wahre Lamm durch das Gesetz, Christus unsern Gott, vorbildet. Wir 
nehmen also die alten Typen und Schatten, welche der Kirche als Zeichen 
und Vorbilder der Wahrheit übergeben sind, an, schützen die Gnade und 
die Wahrheit, diese als die Erfüllung der Wahrheit empfangend. Damlt 
nun das Vollkommene auch mit Farben vor Aller Augen dargestellt werde, 
befehlen wir, dass die menschliche Gestalt Christi unseres Gottes, der die 
Sünde der Welt trug, auch von jetzt an in den Bildern anstatt des alten 
Lammes errichtet, ausgehauen und gemalt werde; damit wir durch die- 
selben die Hoheit der Erniedrigung des göttlichen Wortes erkennen und 
zur Erinnerung seines Wandels im Fleische, seiner Leiden und seines selig-
        

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