Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1886801
Drittes Buch. 
solcher Darstellungen gibt meine Uebersicht der Christusbilder, welche unter 
455 Nummern nicht weniger als 105 Bilder des Pastor bonus aufweistl. 
Der gute Hirte ist überhaupt die früheste Gestalt, in welcher Christus 
der Gemeinde vorgestellt wird; und zwar wird stets die jugendliche Gestalt 
eines solchen gewählt, um seine Ewigkeit, seine Gottheit darzustellen. Er 
ist darum bartlos geschildert. Nur wenige spätere Bilder bieten ihn bärtig, 
aber immer noch von jugendlichem Typus. Gerade weil mit Absicht ein 
jugendlicher Hirte geschildert werden will, nicht in erster Linie Christus bloss 
mit den Attributen des Pastor, so entspricht auch die Kleidung der eines 
Hirten: die kurze, meist einfach, zuweilen doppelt gezärtete, manchmal mit 
Purpurstreifen oder Calliczelae oder auch mit der Crux gammata verzierte 
Tunica, mehrfach darüber ein kleiner Mantel, eine Art Clzlamys, ein Sagum 
oder ein Fell, einmal, auf einem Goldglas, die Interula unter der Exomis. Der 
Hirt erscheint meist barhäiuptig, auch einmal mit einem breitrandigen Hut 
(auf einem Carneol). Die Fussbekleidung wechselt. Erst auf späteren Bil- 
dern wird die Beziehung auf Christus durch das Monogramm, den Nimbus 
oder sieben Sterne stärker betont. Von 
 Attributen sind dem Hirten häuüg Stab 
 HfQÄÄlNTNw wlfg ljfijlllltspll l und Mileheim er beigegeben, mitunter auch 
 lw  die Hirtenliöte (Syrinx), die ihm in den 
 l ältesten Darstellungen zur Seite hängt 
 nicht gespielt oder in der Hand gc: 
 tragen wird. Die rein nebensächliche 
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imggiillx, .  W11,- Kunst hervorgehoben hat. Dies wird auch 
ljqllfgkyp nicht durch die von ihm und Piper zu- 
lluifllill  ill S am fnen gestellten Zahlreichen D en kn]  er 
Fig-  Amor 11m1 Psyche Saüwphßsrelief- mit Darstellungen des Hermes Kriopho- 
ros, eines Satyrs oder Hirten mit einem 
Lamm auf den Schultern, bewiesen. Die Hirtenscenen standen den altchrist- 
liehen Künstlern täglich so nahe vor Augen, dass sie kaum zu den Vor- 
bildern der heidnischen Kunst zu greifen brauchten. Uebrigens sind wir 
auch nicht geneigt, ohne weiteres allen Pastoralscenen eine symbolische 
Beziehung auf den Herrn zu geben. Sarkophage, die aus profanen Ateliers 
bezogen wurden, boten deren in Zusammenstellung mit anderen profanen 
oder mythologischen Scenen, z. B. den drei Grazien oder Amor und Psyche 
(Fig. 38), während, was gewiss beachtenswerth ist, bis jetzt keine einzige 
heidnische Grabstätte nachgewiesen ist, welche den das Lamm tragenden 
guten Hirten zeigt. 
Die Beziehung des guten Hirten zur Parabel von dem verlorenen Schafe 
(Luc. 15, 4-7) wird es bedingt haben, dass das Lamm regelmässig als At- 
tribut des Ersteren erscheint. Der Hirt trägt es gewöhnlich auf der Schulter 
oder auf dem linken Arm an die Brust gedrückt (vgl. ,T1BULL. Eleg. I 2, 12), 
Wo er dann die Füsse desselben mit einer oder mit zwei Händen zusammen- 
Real-Encylzl. 
meine
        

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