Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1886711
Altchristliche Maleiclzfiff 
Tisch liegenden Gestalten zuwendet. Zwei oder drei Gastmahle daselbst 
zeigen ebenfalls mit Fischen besetzte Tische. Von den Gastmahlen ohne bib- 
lische Beziehung in S. Pietro e Marcellino, wo ebenfalls der Fisch oder Fische 
mit Brod aufgetragen werden, wird noch seiner Zeit die Rede sein. 
Der symbolische Fisch ist manchmal als Delphin geschildert. Man 
hat diese Gestaltung desselben als die ursprüngliche vermuthet. Der Del- 
phin galt den Alten als ein menschenfreundliches Thier, zugleich auch als 
ein Sinnbild der Rettung des Schiffbrüchigen. Er kommt darum auf Grab- 
steinen als Symbol der Wanderung nach den seligen Gefilden vor. Der Ge- 
danke liegt nahe, ihn darum als Sinnbild des Erlösers aufzufassen, um so 
mehr, als auch Inschriften von Grabsteinen und Gemmen die Idee des COOTIIP 
ausdrücklich mit der des IXBYC verknüpfen. Man konnte versucht sein, 
daraus den Schluss zu ziehen, dass in dem lchthys die Idee der Erlösung die 
primitive und verwaltende sei, dass demnach die Fischsymbolik mit dem 
Delphin beginne und die gewöhnliche Gestalt des Fisches erst eine abgeleitete, 
secundäre Ausgestaltung des Sinnbildes sei. Dem steht indessen die That- 
sache gegenüber, dass die ältesten Darstellungen des Fisches (also in S. Lu- 
cina, S. Domitilla, auf den Grabsteinen von S. Priscilla) demselben niemals die 
Delphingestalt geben; erst in den Sacramentskapellen findet sich der Delphin 
verwendet, aber nur ornamental, in den Ecken. Erst seit 
äggfgqßfäj-rx Mitte des 3. Jahrhunderts scheint letzterer beliebter geworden 
           
 m, xtgü, zu sein, wie dies die romischen und gallischen Epitaphien 
 "N "  aufweisen. 
Nßgläx  Von Grabdenkmälern, welche den Fisch darbieten, sind 
Vfiflig"  jetzt etwa hundert bekannt; sie gehören fast alle den ersten 
 m Jahrhunderten an, während mit dem Beginn des 4. Jahr- 
  hunderts dies Symbol zurücktritt und im 5. Jahrhundert nur 
von 22-1  mehr einigemal verwendet wird 1. Die Epitaphien drücken das 
aflä saiafwg Symbol entweder durch das Bild des Fisches oder durch das 
Wort IXGYC, zuweilen auch beides (wie auf der merkwürdigen 
von Marchi gefundenen Stele mit zwei Fischen und dem Anker darüber: 
IXQYC-ZGNTQN 2) aus. Erscheint das Symbol bildlich dargestellt, so wird 
es meist mit anderen Sinnbildern combinirt: so mit dein Anker, dem Vogel, 
dem Brode, einem Gefäss, dem Schiff und dem Kreuz, auch dem Monogramin 
Christi oder dem Pastor bonus; einmal (i. J. 400) mit einem Haus. Auch 
linden sich zwei Fische dargestellt, wie auf dem erwähnten, 1841 am Vati- 
canischen Hügel entdeckten Epitaph. Beachtenswerth ist die Anwesenheit 
von sieben Broden zwischen zwei Fischen auf einem Epitaph von Modena. 
Drei Fische sieht man auf einem Grabstein von Iulia Concordia; zehnmal 
das Monogramm Christi mit der Inschrift IXBYC auf einem Bleisarge von 
Saida in Phönicien (Fig. 21). Auch das Gastmahl mit Fisch und Brod ist 
auf den Grabsteinen vertreten. 
Geschnittene Steine, Ringe und Siegel bieten bald die Inschrift IXGTC 
allein, bald in Verbindung mit anderen Symbolen, wie dem Anker, dem Baum, 
1 Im Jahre 400 bei 1m Rossx Inscr. I 
n. 489; in Gallien auf einem Epitaph von 
474 bei LE BLANT Inscr. n. 261. 631. Ueber 
die allerdings sehr sporadische Fortdauer 
des Fischsymbols im Mittelalter s. KLEMM 
in dem ,Christl. Kunstblatt' 1880, S. 99. 189; 
1889, S. 75. 77. 
2 D1: Rossl Bull. 1870, p. 59.  WILPERT 
Principienfragen der christlichen Archäologie. 
S. 68, Taf. 1".
        

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