Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ornamentenschatz
Person:
Dolmetsch, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1882183
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1883331
Tafel 
ARABISCH. 
WEBEREI, 
STICKEREI, 
MALEREI. 
7 
Ixaum 250 Jahre nach der Stiftung ihrer Religion durch Muhamed hatten die Araber schon einen 
Stil ausgebildet, der, vielfach zwar an persische, römische und byzantinische Vorbilder sich anschliefsend, 
doch als ein eigenartiger dasteht. Dies gilt in vollkommenstem Grade namentlich von ihrem Dekorations- 
stil, bei welchem ihre künstlerische Begabung in einer ihrem innersten Wesen entsprechenden Weise zum 
ganzen Ausdruck kommt. 
Ihrer mafslosen, übersprudelnden Phantasie ebenso wie ihrem poetisch durchwehten Charakter konnte 
die einfache Nachbildung vorhandener Wesen nicht entsprechen; wir treffen daher auch verhältnismäfsig 
wenig Darstellungen von Menschen oder Tieren (ein angebliches Bilderverbot des Koran existiert eigentlich 
nicht). Dagegen fanden die arabischen Künstler ihre volle Befriedigung in einem prunkvollen Ornament, 
das bei allen Zweigen ihrer Kunstthätigkeit in umfassendster Weise verwendet Auge und Verstand in gleicher 
Weise beschäftigt. Sie schufen nämlich in bunt wechselndem Spiel eine Menge reicher Linien-Kombina- 
tionen, nach ihren Erfindern, den Arabern, Arabesken genannt, welche entweder aus geometrisch 
konstruierten Figuren sich zusammensetzten oder aus streng stilisiertem Blattwerk bestanden. Bei solchen 
Randverschlingungen, die in sinnreichen Rosetten und Sternen ihre schönsten Bildungen zeigen, herrscht 
der Grundsatz, dafs jeder Schnörkel, jedes Blatt sich auf seine Wurzel, seinen Mutterstamm zurückführen läfst. 
Lebhafte Farben dienen dann ganz besonders dazu, das scheinbar unlösliche Durcheinander zu entwirren 
und eine ruhige Harmonie über die verzierte Fläche auszubreiten. 
Ein specifisches Merkmal für solches arabisches Blattwerk sind die umgebogenen Blattspitzen (Fig. 3). 
Die Araber scheinen auch jene sinnigen Zeichnungen, wie wir eine solche in Figur 2, Mitte, sehen 
zuerst aufgebracht zu habenj zwei gleiche in entgegengesetzter Richtung liegende Figuren werden durch 
Linie gebildet. 
Der obere Teil 
von Fig_ 
kann 
endlich noch 
als Beispiel von 
ornamentaler Verwendung 
der Schrift 
dienen, 
Arabern 
selten 
Fig" 
Gewobener Teppich aus dem XIV. Iahrhundert, aufbewahrt ir 
Applikationsstickerei aus dem XVIII. Jahrhundert. 
Ein Teil der 'reich bemalten Decke der Moschee el Bordeyny 
Kirche 
Nivelles. 
Kairo. 
Entnommen 
d'Avennes, 
Part arabe. "
        

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