Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ornamentenschatz
Person:
Dolmetsch, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1882183
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1882976
Tafel 
IN 
H 
E 
MALEREI, 
Eie Chinesen haben in der dekorativen Kunst schon sehr frühe einen ziemlich hohen Grad von 
Vollkommenheit erreicht. Aber auf dem damaligen Standpunkt sind sie auch verblieben, und seit vielen 
Jahrhunderten hat ihr Ornamentierungssystem keinen Fortschritt zu verzeichnen, ganz abgesehen davon, 
dass ihre neueren Produkte nur, und zwar häufig auf Täuschung berechnete, Nachahmungen alter Gegen- 
Stände sind. 
Höchst beachtenswert sind aber ihre Bemalungen von Porzellangefässen. Die Ränder derselben sind 
in der Regel von Bordüren umrahmt, unter welchen besonders der Mäander in vielen Variationen wieder- 
kehrt. Fig. 9, I0, II und der obere Teil von Fig. 4 zeigen sodann einige der wenigen konventionell 
behandelten Formen solcher Bordüren. Auf den Flächen selber kommen bald geometrische Muster, bald 
Blumen, Früchte und Pflanzen aller Art, teils mit graziöser Leichtigkeit stilisiert, teils mit peinlicher 
Sorgfalt der Natur nachgebildet, zur Verwendung. Alle diese Verzierungen bedecken die Vasen entweder 
in fortlaufender Weise, oder aber sind sie, was häufiger der Fall ist, auf ihnen in willkürlicher Verteilung 
regellos ausgestreut, bisweilen noch belebt durch Menschen- und Tierfiguren. Vonder heimischen Flora 
sind in erster Linie die Blätter und Blüten des Theestrauches, sodann Rosen, Kamelien, Melonen u. s. w. 
zu dekorativen Zwecken benützt worden. 
Einen prächtigen Eindruck verleiht endlich dem 
des chinesischen Porzellanschmelzes, dessen Weiss nicht 
Ganzen 
wie bei 
jetzt unerreichte Glanz 
rein weiss ist, sondern 
der eigenartige, bis 
unserer Darstellung 
Grünliche 
spielt. 
u. 9- 13 Bordüren, Fig. 6-S fortlaufende Muster 
Museum befindlichen Chinagefäfsen. 
von bemalten meist im South Kensington 
Bei Figur I bemerkt man in Komposition und Charakter persische Anklänge. 
Die bei den Figuren 4, 6 u. 10 angewendete gelbe Farbe ist an den Originalgegenständen 
Entnommen aus dem WVerke: „Exa1np1es of Chinese omament by Owen Jones." 
Gold. 
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