Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ornamentenschatz
Person:
Dolmetsch, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1882183
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1884656
FRANZÖSISCHE 
RENAISSANCE. 
EMAILMALEREI 
AUF 
METALL, 
FAYENCEMALEREI 
UND 
METALLEINLAGEN. 
hine hohe Stufe der Ausbildung erreichte zu Limoges die Email- oder Schmelzmalerei. In Fig. 1-10 
werden uns nicht nur kleinere und einfachere Goldverzierungen, sondern auch kompliziertes Rankenwerk, 
ja hgürliche Darstellungen in solcher Malerei vor Augen geführt. Für die Wahl der Farben gab es fast 
keine Beschränkung mehr. Der Unterschied der Erzeugnisse unserer Periode im Vergleich mit denen des 
Mittelalters besteht hauptsächlich darin, dafs das den Untergrund bildende Metall gar nicht mehr offen zu 
Tage trat. Am häufigsten finden sich Schmelzmalereien Grau-in-Grau; das Gold ist überall aufgesetzt, und 
wenn man farbige Darstellungen wollte, so wurde das mittelst halbdurchsichtiger Schmelzfarben erreicht. 
Fig. II und I2 bringen zwei Giebelbekrönungen aus Fayence zur Darstellung, welche namentlich 
bei Palastbauten als Abschlufs von Giebeln, Türmen u. s. w. sich grofser Beliebtheit erfreuten. 
Von hoher Bedeutung für französische Ornamentik des I6. Jahrhunderts war der Fayencemaler 
Palissy, von dessen Werken wir in Fig. I3_I8 einige Einzelheiten mitteilen. Die Verzierungen seiner 
Fayencegegenstände sind nicht flach, sondern sie bestehen aus farbenprächtigen erhabenen Darstellungen, 
voll Wärme und Frische des Tones. Namentlich hat er jene Platten aufgebracht, auf welchen naturgetreu 
allerlei Getier der Erde, des Wassers und der Luft, Pflanzen und Früchte sich befinden. Aber auch voll- 
ständige Bilder verdanken ihm ihre Entstehung. Endlich gehören seine Ornamente, die er in wenigen Farben 
ausführte, zu den zierlichsten der französischen Renaissance. 
Anderthalb Jahrhunderte später als Palissy erwarb sich am französischen Hofe ein Künstler anderer 
Art eine gewisse Berühmtheit: der Hoftischler Ludwigs XVI., Boule. Er besafs eine besondere Geschick- 
lichkeit darin, irgendwelche Gegenstände mit eingelegter Arbeit zu verzieren. Nach ihm pflegt man Holz- 
arbeiten, die mit verschiedenem Metall, Perlmutter, Elfenbein, Schildpatt, feinen Holzarten u. s. w. ausgelegt 
sind, als Boule-Arbeiten zu bezeichnen (Fig. 21). 
Verzierungen an Limoges-Geschirren 
Fig. 2 in der Apollo-Galerie im 
Nationalmuseum in München. 
(Emaille auf Kupfer). 
Louvre zu Paris. Fig. 
Fig. 1 
3 und 
im Privatbesitz. 
4 im bayrischen 
IIU. 
13- 
Giebelbekrönungen aus Fayence. 
Verzierungen an Fayence-Geschirren von Bernard 
Louvre zu Paris und im Privatbesitze. 
Palissy. 
Museum 
Randbordüren an Fayence-Tellern von Rouen. 
Beule-Schränkchen im Museum des Louvre zu 
Fabrikant 
Aufgenommen durch 
Biberach  
Das Übrige entnommen aus: 
"Pottier, histoire de 1a faience de Rouen." 
"Daly, C., revue gänärale de Parchitecture et des travaxlx puhlics." 
„Sauzay 8c Delange, nmnographie de Yoeuvre de Bernard Palissy." 
"Waring, art treasures of the united kingdom from the art treasures 
"Obernetter, bayrisches Nationalmuseum zu München." 
exhibition 
Manchester."
        

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