Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ornamentenschatz
Person:
Dolmetsch, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1882183
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1884412
FRANZÖSISCHE 
RENAISSANCE. 
TYPOGRAPHISCHE 
VERZIERUNGEN. 
Französische Buchdrucker, namentlich in Paris und Lyon, waren schon gegen das Ende des 15. jahr- 
hunderts wegen der Sorgfalt und Schönheit ihrer Drucke hochberühmt. Eigene Wege bei Anwendung 
der Initialen und Randleisten u. s. W. schlugen sie jedoch erst ein, als der um die französische Bücher- 
ornamentik hochverdiente Tory durch Darbietung selbsterfundener Verzierungen seine Landsleute von der 
sklavischen Gebundenheit an italienische Muster befreite. Noch lange, bis ins I6. Jahrhundert hinein, hing 
man nämlich an den gotischen Formen, und als dann die Grossen des Reichs mit der italienischen Re- 
naissance durch Reisen oder fremde Künstler bekannt geworden waren, da hatte sich wegen des starren 
Festhaltens an dem Alten noch kein spezilisch französisches Renaissanceornament bilden können, und man 
war fast durchweg auf italienische (und deutsche) Vorbilder angewiesen (Fig. I). Ungefähr seit 1520 trat 
nun jener Umschwung, durch Tory herbeigeführt, ein. Seine Ornamente, meist Blumen und lälätterranken, 
mitunter in Verbindung mit Figürlichem, sind einfache Linien, bei Initialen meist weifs auf schwarzem 
Grunde (Fig. 2) und nicht schattiert. Darin schliefst er sich dem italienischen Gebrauch an.  Nach seinem 
Tode lebten seine Kunstweise und seine Formen noch lange fort. 
Nichtsdestoweniger übte Italien fortwährend einen gewissen Einflufs aus: Das beweisen uns die 
Kindergestalten, das zeigen uns Anfangsbuchstaben, die geradezu von italienischen Meistern entlehnt sind 
(Fig. I4). 
Die Zierlichkeit und Leichtigkeit des französischen Renaissanceornaments tritt uns besonders bei 
Fig. 9-11 entgegen, wo wir übrigens an arabische Ornamente erinnert werden, wie bei Fig. 2 an gotische. 
Fig. 6 und 12 bietet Akanthus in eleganter Anwendung. 
Wie die Titelblätter der Bücher oder überhaupt ganze Seiten geschmückt wurden, zeigt Fig. 4. 
Flg, 
77 
17 
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Buchstabe 
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Kartusche 
Buchstabe 
der 
71 
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Zeit 
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Ludwigs des XII. von 
Franz „ I. „ 
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Heinrichs des II. „ 
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Tory. 
77 
Claude Garamoxmt. 
Jean Goujon. 
77 77 
Salomon Bernard's 
Schule. 
77 
77 
77 
77 
37 
77 
Umrzrhmungen aus der Zeit Heinrichs des II. von 
Buchstabe „ „ 1, 1-, 11 H1- 11 
n n „ „ „ „ IV. 
w n „ „ Ludwigs des XIII. 
Schlufsverzierung aus der Zeit Ludwigs des XIII. 
Petit Bernard. 
Johann Tornesius. 
  
     
   
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Fig. I S.
        

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