Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ornamentenschatz
Person:
Dolmetsch, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1882183
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1884183
ITALIENISCHE 
RENAISSANCE. 
SGRAFFITEN, 
MARMOR-EINLAGEN 
UND 
FLACHRELIEFS. 
Das SgrafHto-Ornament ist nicht als blofses Flachornament zu betrachten, denn gröfstenteils liegt in ihm 
das Bestreben, plastische Zier durch Zeichnung nachzubilden, wobei ihm jedoch nur die Farbtöne schwarz, 
weifs und das durch Schraffierung zu erreichende Grau zur Verfügung stehen. 
Die Technik des Sgrafüto beruht darauf, dafs die zu verzierende Fläche mit dunkel gefärbtem 
Mörtel bedeckt und dieser wieder mit Kalkmilch übertüncht wird. Die gewünschten Zeichnungen entstehen 
sodann dadurch, dafs die obere weifse Schichte so weit als nötig mittelst eiserner Griffel entfernt wird, 
so dass der dunkle Grund zum Vorschein kommt. Durch diese einfache Darstellungsweise behält das 
Sgrafiito im Gegensatze zu gemalten und eingelegten Ornamenten mehr zeichnerischen Charakter, dessen- 
ungeachtet können aber durch mafsvolle Verteilung von Hell und Dunkel Kompositionen erreicht werden, 
deren Wirkung oft eine grofsartige und reiche ist. 
An den Sgraffitofassaden treten die plastischen Gliederungen meist nur spärlich auf, denn oftmals 
ist sogar das Hauptgerippe der Architektur mittelst der Graffitotechnik zum Ausdruck gebracht. 
Bei Fufsböden treten in der Renaissance neben den linearen Mosaikverzierungen, wie solche ganz 
ähnlich in der altchristlichen und mittelalterlichen Zeit vorkommen, die Marmorintarsien und Marmorniellen 
auf. Bei den ersteren werden die ausgeschnittenen Marmorteile in den entsprechend vertieften Grund 
eingelegt, während bei letzteren die vertieften Stellen mit schwarzer und roter Stuckmasse oder auch mit 
Metall ausgefüllt sind. In den Farben sind diese Bodendekorationen immer einfach gehalten, während sie 
in der Zeichnung oft weit über die Grenzen des Erlaubten hinausgehen, so im Dome zu Siena, dessen 
berühmter Fufsboden reich figurierte geschichtliche Darstellungen oft mit perspektivischen Architekturen 
zur Schau trägt. 
Flachreliefs werden meist ohne Zuhilfenahme farbiger Gegenstände blofs durch einen aufgerauhten 
Grund, über welchen sich das glatt bearbeitete Ornament nur wenig erhebt, hergestellt. 
Sgraffito an einem Hause in Rom, Via Giulia Nr. 82. 
„ „ „ „ „ „ Via dei Coronari Nr. 148. 
„ „ „ „ „ n Vicolo Calabraga Nr. 3I u. 32. 
„ „ „ w „ „ Vigna 311a via Porta S. Sebastiano Nr. 27. 
„ „ „ „ „ „ Borgo a1 vicolo del Campanile Nr. 4. 
Eingelegte Marmorarbeit am Fufsboden des Domes zu Siena. 
„ „ von einer Grabplatte in San Giovanni e Paolo in Venedig. 
„ „ „ „ „ in Sta. Croce zu Florenz. 
„ „ „ „ „ in der Frari-Kirche zu Venedig. 
Flachreliefs von Grabplatten in Sta. Maria del Popolo zu Rom. 
„ vom Grabdenkmale des Vendramin in San Giovanni e Paolo zu Venedig. 
10-13 aufgenommen von H. Dolmetsch. 
Das Übrige entnommen aus: 
"Janoni 8c Maccari, Saggi di architettura 
„Meurer, italienische Flachornamente." 
decorazione italiaua. 
chiarnscuri."
        

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