Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ornamentenschatz
Person:
Dolmetsch, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1882183
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1884058
ITALIENISCHE 
RENAISSANCE. 
FASSADENMALEREI. 
Am Anfang des I5. Jahrhunderts tritt- in Italien zuerst der- Stil der Renaissance auf, und es lässt sich 
die Zeit bis ca. 1500 als die Zeit der Frührenaissance bezeichnen, im Gegensatz zur Hochrenaissance, deren 
Dauer 
bis in die Mitte des I6. Jahrhunderts geht. 
Renaissance ist Wiederaufnahme, aber nicht 
sklavische 
Nachbildung , 
sondern 
Bearbeitung 
antiker 
Formen. 
besonders 
Tage 
Ornament, 
welches 
dieser 
reichlich 
fassend, wie 
fällt uns vor 
kein anderer, verwertet. Namentlich bezieht sich dies auf die Motive, die wir finden. Da 
allem das Pfianzenornament ins Auge, welches in dcr Frührenaissance den Grund meist noch 
mafsig bedeckt. Es sind fast stets zarte, schön geschwungene Ranken in symmetrischer oder doch regel- 
mälsiger Anordnung. Dabei spielt dieHauptrolle das antike Akanthusblatt, welches freilich die mannig- 
fachste Umbildung erfährt. Auch die Rebe, der Lorbeer, der Epheu u. s. w. werden vielfach verwertet, 
teils naturalistisch, teils stilisiert. Aber dieses Laubwerk mit seinen Zweigen und Früchten erhält durch 
Tiere aller Art, phantastische Wesen, Menschen, sodann durch symbolische Gegenstände, Waffen, Masken, 
Embleme, Vasen, Kandelaber u. dergl. reiche Abwechslung und Belebung. Hauptsächlich ausgebildet wird 
die Verbindung von Menschen- und Tiergestalten mit vegetabilischen Elementen (Fig. 3, vgl. auch Taf. 45)_ 
Ein nicht unwichtiger Bestandteil der Verzierung sind endlich die Wappen und Wappenschilder, letztere 
gewöhnlich als sogenannte Rofsstirnschilde (Fig. 6 u. 9) zur Zeit der Frührenaissance, späterhin dann 
Kartusche. 
Alles 
bisher 
Erwähnte 
finden 
Fassadenmalerei , 
Malereien , 
denen 
einzelne Häuserfassaden in Ermangelung plastischen Schmuckes vollständig überzogen waren, welche entweder 
Ornamente oder geschichtliche Darstellungen zur Schau tragen. Die Farben sind lebhaft und harmonisch 
zusammengestellt, so dafs ein prächtiger Eindruck durch solche oft nicht blofs bemalte, sondern auch gemalte 
Architektur erzielt wird. Aus späterer Zeit, wo die Hgurenreichen, geschichtlichen Darstellungen das Orna- 
ment beinahe ganz verdrängten, findet man auch häufig broncefarbig oder grau in grau gemalte Fassaden. 
Fig- 
Von der Fassade eines Hauses in Genua (Via 
Hoffassade von „Casa Taverna" in Mailand. 
Matteo 
Palazzo 
Piccolomini 
Pienza. 
aufgenommen von Reg.-Bau1neister Borkhardt in Stuttgart. 
Übrige entnommen aus: 
Reinhardt, Palast-Architektur Italiens: Genua. 
9- x x 
Das 
Specimens of ornamemal
        

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