Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ornamentenschatz
Person:
Dolmetsch, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1882183
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1882636
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Mit dem zunehmenden Aufschwung des Kunstgewerbes geht Hand in Hand eine wachsende 
Teilnahme des grösseren Publikums für die kunstgewerblichen Erzeugnisse der neuen und 
älteren Zeit. Hierbei wird eine gründliche Kenntnis der verschiedenen Stilarten, namentlich 
der denselben angehörenden Ornamente, mehr und mehr als ein allgemeines Bedürfnis 
empfunden. 
Letzterem entgegenzukommen, ist der Zweck dieses Samrnelwerkes. Es will nicht 
theoretische Vorschriften geben, sondern als praktischer Führer dienen, um durch unmittelbare 
Anschauung der chronologisch geordneten Beispiele einem jeden darüber Klarheit zu Ver- 
schaffen, wie innerhalb verschiedener Zeitabschnitte bei den einzelnen Völkern die Ornamentik 
und besonders deren farbige Behandlung sich naturgemäss entwickelt und ausgestaltet hat. 
Ein besonderes Augenmerk wurde darauf gerichtet, aus dem unerschöpflichen Reichtum der 
von früheren Jahrhunderten uns überlieferten Kunstprodukte solche hervorragende, den ein- 
heitlichen Stilen angehörende Ornamententypen aneinanderzureihen, welche einerseits für 
systematische Studien geeignet sind, andererseits aber auch dazu dienen, den verschiedensten 
Kunstbeflissenen, von welchen der rasch wechselnde Geschmack unserer Tage fortwährend 
neue Formbildungen verlangt, eine reiche Fundgrube zu bieten, aus Welcher sie bei Aus- 
arbeitung eigener Kompositionen Anregung zu neuen Ideen entnehmen können. Möge sich 
hierbei die reiche Sammlung als ein sicherer Führer zur Auffindung einheitlicher und schöner 
Stilformen erweisen! 
Dank der gütigen Unterstützung aller derer, welche die vorliegende Sammlung durch 
uneigennützige Ueberlassung von Originalgegenständen und Originalaufnahmen bereicherten, 
wie auch durch das von mir auf Reisen gesammelte Material, war ich in der günstigen Lage, 
eine Fülle solcher Beispiele vorführen zu können, welche bisher noch in keinem anderen Werke 
veröffentlicht worden sind. Bei der Benützung schon vorhandener Publikationen wurde thunlichst 
der genaue Titel des Quellenwerkes angegeben, um diejenigen, welche sich zu weitergehenden 
Spezialstudien hingezogen fühlen, auf die diesbezüglichen hochinteressanten Kunstpublikationen 
hinzuweisen. 
Die Thatsache, dass der Ornamentenschatz, zwei Jahre nach Vollendung der ersten 
Ausgabe, nunmehr in zweiter Auflage vorliegt, gibt den erfreulichen Beweis, dass das Werk 
einem wirklichen Zeitbedürfnis entsprochen hat. Möge nun auch diese zweite Auflage bei 
allen Interessenten eine wohlwollende Aufnahme finden und reichen Nutzen schaffen. 
Stuttgart, 
November 
1888. 
Dolmetsch.
        

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