Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anatomie von Hirsch, Reh und Ziege
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881806
seinem vorderen-unteren Rande hilft der Kopfnicker die 
Drosselrinne begrenzen, in der die Drosselvene liegt_ 
Die Rinne und nicht selten auch die Vene heben sich beim 
lebenden Tier ab. 
d, d' (Fig. 1, 3 u. 5) Brustkiefermuskel (M. sternomandibularis). Er ist ein 
kräftiger Muskel, der von der Brustbeinspitze und dem 1. Rippen- 
knorpel bis zum Unterkiefer reicht und zusammen mit dem Kopf- 
nicker und dem mit w bezeichneten Rippenhalter (s. S. G) die 
Drosselrinne zur Aufnahme der Drosselvene bildet (soben). Seine 
Endigung am Kopfe gestaltet sich etwas verschieden. Bei der 
Ziege (Fig. 1) geht er nahe dem Rande des Unterkiefers in 
eine platte Sehne aus, die über den äußeren Kaumuskel (51) 
nasenrückenwärts verläuft, dabei allmählich breiter wird und 
schließlich mit der Sehnenhaut des äußeren Kaumuskels ver- 
schmilzt. Bei Hirsch und Reh hingegen spaltet sich die 
 Endsehne in zwei Schenkel (F ig. 3 u. 5), von denen der eine 
am vorderen Rande des äußeren Kaumuskels (51) bis zur Gre- 
sichtsbeule aufsteigt, während der andere am unteren Rande 
des Unterkiefers endet. Der Muskel modelliert sich in der Regel 
beim lebenden Tiere; bei der Ziege kann sich außerdem der 
quer über den äußeren Kaumuskel verlaufende Sehnenzug (d' 
in Fig. 1) plastisch abheben, während bei Hirsch und Reh 
die am vorderen Rande des äußeren Kaumuskels aufsteigende 
Sehne. gemeinschaftlich mit diesem plastisch hervortritt. 
e (Fig. 1, 3 u. 5) Deltamuskel, Schultermuskel (M. deltoideus). 
Er entspringt mit je einer Portion an der Schulterhöhe (3 in 
Fig. 2, 4 u. 6) und von der den hinteren (unteren) Grätenmuskel 
überziehenden starken Sehnenhaut (e' in Fig. 1, 3 u. 5). Beide 
Portionen vereinigen sich armwärts und enden zum größeren 
Teil am Umdreher des Oberarmbeins (6 in Fig. 2, 4 u. 6), zum 
kleineren Teil in der den dreiköpügen Armmuskel überziehenden 
Sehnenhaut (Aponeurose). Der hintere Rand des Deltamuskels 
und auch seine Ansatzstelle am Umdreher des Oberarmbeins 
modellieren sich äußerlich, und dadurch tritt indirekt der Um- 
dreher plastisch hervor. Bei ganz mageren Tieren dürfte sich 
unter Umständen durch den Deltamuskel hindurch die untere 
Hälfte des M. infraspinatus (hinteren, unteren oder becken- 
seitigen Grätenmuskels) modellieren. 
f, f ' (Fig. 1, 3 u. 5) Dreiköpfiger Armmuskel (M. triceps brachii); f sein 
langer, f' sein äußerer Kopf (Caput longum et laterale) oder 
f langer und f' äußerer Strecker des Unterarms. Es sind 
zwei kräftige Muskeln, die am hinteren Rande des Schulter- 
blattes bzw. an der äußeren Fläche der oberen Hälfte des 
Oberarmbeins entspringen, am. Ellbogenhöcker (8 in Fig. 1-6) 
enden und fast den ganzen Raum zwischen Schulterblatt und 
Oberarm ausfüllen. Vom äußeren Strecker des Unterarms tritt 
beim lebenden Tiere deutlich die untere Grenze hervor; bis- 
weilen markiert sich auch die Grenze zwischen dem langen 
und dem äußeren Strecker des Unterarms, und zwar besonders 
bei Bewegungen des Tieres.  Dicht über dem Ellbogenhöcker 
 erscheint die Oberarmgegend ilachgrubig eingesunken; diese 
Stelle entspricht der Endsehne des dreiköpfigen Armmuskels.  
Der hintere (beckenseitige) Rand des langen Unterarmstreckers 
hebt sich beim lebenden Tiere meist gemeinschaftlich mit dem 
hinteren Randabschnitte des Spanners der Unterarmfaszie (z) ab. 
g, g' (Fig. 1, 3 u. 5) Oberflächlicher Brustmuskel (M. pectoralis major 
s. superücialis). Er liegt direkt unter der Haut zwischen dem 
Brustbein und dem Oberarme. Er entspringt an der Brustbein- 
spitze und der unteren Fläche der vorderen Hälfte des Brust- 
beins und zerfällt, wenn auch undeutlich, in zwei Teile, von 
denen der vordere Teil (g) am Oberarmbein endet, während 
der hintere Teil  über die innere Seite des Ellbogengelenkes 
hinweggeht und in der Unterarmfaszie endet. Der Muskel hebt 
sich mitsamt der Brustbeinspitze beim lebenden Tiere gut ab. 
h (Fig. 1, 3 u. 5) Hinterer Teil des tiefen Brustmuskels (M. pec- 
toralis minor s. profundus). Er entspringt von der Unterbrust 
bis zum Schaufelknorpel und an. dem untersten Teile der 
Seitenbrust und endet teils am Rabenschnabelfortsatz oder 
dem unteren Ende des Schulterblattes, teils innen am oberen 
Ende des Oberarmbeins. Er bedingt die Modellation der be- 
treffenden Körpergegend. 
i (Fig. 1, 3 u. 5) Endzacken des Brustteils des großen Säge- 
muskels (M. serratus anterior). Sie modellieren sich unter Um- 
ständen beim lebenden Tiere. Der übrige Muskel liegt in der 
Tiefe teils unter der Schulter, teils vor und teils hinter ihr. 
k (Fig.-1, 3 u. 5) Großer (breitester) Rückenmuskel (M. latissimus 
dorsi). Er ist ein breiter, fast fächerförmiger Muskel, der aus 
der Rückenlendenbinde (m' in Fig. 1, 3 u. 5) und fleischig an 
 den letzten Rippen entspringt und mit seinem Ende unter 
die Schulteroberarmmuskulatur tritt, um an der inneren Ober- 
armbeinnarbe zu enden. Mit seinem vorderen-oberen Teile 
bedeckt er den Rückenwinkel des Schulterblattes und des 
Schulterblattknorpels, die sich beim lebenden Tiere zusammen 
plastisch abheben. Sein unterer Rand ist erheblich stärker
        

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