Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anatomie von Hirsch, Reh und Ziege
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881906
der am äußeren Kaumuskel entspringt und nahe dem Mund- 
winkel endet. Beim lebenden Tiere kann er sich, namentlich 
bei seiner Kontraktion, modellieren. 
g' (Fig. 7) Niederzieher des unteren Augenlides (M. malaris). Er 
ist ein platter, hautartiger Muskel, der am unteren Augenlid, 
aus dem Stirnhautmuskel und am Tränenbein entspringt und 
an der Angesichtsfaszie und den Backenmuskeln endet. 
h (Fig. 7) Backenmuskel  buccinator). Er bildet die'Grundlage 
der Backe und befestigt sich am Zahnfachrande des Unter- 
und Oberkiefers. Sein unterer Rand verschmilzt mehr oder 
weniger mit dem Niederzieher der Unterlippe  Die Folge 
davon ist, daß beide Muskeln (h und i) gemeinschaftlich 
durch die äußere Haut hindurch als eine Muskelmasse" sich 
abheben. Besonders deutlich tritt der untere Rand dieser 
Muskelpartie hervor. 
i (Fig. 7) Niederzieher der Unterlippe (M. depressor s. quadratus labii 
inferioris). Er ist so innig mit dem Backenmuskel (h) ver- 
bunden, daß er als selbständiger Muskel kaum zu erkennen 
ist. Über seine Modellation siehe unter h. 
m (Fig. 7) Äußerer Kaumuskel  masseter). Er ist ein platter, 
aber sehr kräftiger, zum großen Teil sehniger Muskel, der 
 von der Gesichtsbeule (Fig. 827) bis zum Jochbogen (Fig. 89) 
am Schädel entspringt und außen am ganzen Unterkieferast 
endet. Er hebt sich beim lebenden Tiere plastisch ab, und 
zwar gilt dies besonders für seinen vorderen Rand, der sich 
äußerlich in der Regel gemeinschaftlich mit der mit d" be- 
zeichneten Sehne (s. S. 13) modelliert. Am vorderen Rande 
des Muskels steigt die mit 39 bezeichnete Angesichtsvene in 
die Höhe (s. S. 18).  
n (Fig. 7) Niederzieher der Ohrmuschel. 
0' (Fig. 7) Unterer Einwärtszieher der Ohrmuschel. 
o" (Fig. 7) Oberer Einwärtszieher der Ohrmuschel. 
p u. p' (Fig. 7) Gemeinschaftlicher Ohrmuskel. 
q (Fig. 7) Langer Auswärtszieher der Ohrmuschel. 
Form, Lage und Befestigungspunkte der mit n, 0', o", p, p' und q be- 
zeichneten Muskeln ergeben sich aus Fig. 7. Beim lebenden 
Tiere heben sie sich nicht ab. Es könnte dies höchstens bei 
starker Kontraktion eintreten, Würde aber selbst dann nur für 
die mit n und 0' bezeivhneten Muskeln gelten. 
w (Fig. 7) Kieferquermuskel (Breiter Zungenbeinmuskel) (M. 
mylohoideus). Er ist ein dünner, mehr oder weniger quer- 
faseriger Muskel, der direkt unter der äußeren Haut im Kehl- 
gange liegt und die Zunge emporhebt. Die Zunge sinkt je- 
doch bei Hirsch und Reh in der Regel bis zum freien 
Rande des Unterkiefers herab, so daß der zwischen den beiden 
Unterkiefern gelegene Kehlgang nicht als Vertiefung er- 
scheint. Bei der Ziege sinkt die Zunge in der Regel nicht 
ganz so weit herab, so daß ein ganz iiachgrubiger Kehlgang 
entsteht. 
y (Fig. 7) Sehne des Nackenwarzenmuskels (M. longissimus eapitis) 
(s. auch y auf S. 6). 
z (Fig. 7) Schließmuskel der Lidspalte (M. orbicularis oculi). 
z' (Fig. 7) Außerer Heber des oberen Augenlides (M. corrugator 
supercilii).  
X Atlaskante (s. auch 1. H. auf S. 6). 
1 (Fig. 7) Ohrmuschel (Aurioula). Das Ohr fällt dadurch auf, daß 
 beim Hirsch seine Innenoberiiäche sehr stark behaart ist, 
so daß Hautfalten usw. nicht an ihr erkannt werden können. 
Beim Reh finden sich an den Rändern und an dem den 
Rändern benachbarten Teile der Innenfläche ebenfalls viele 
und lange Haare. Nach der Tiefe zu aber nehmen sie stark 
ab, so daß hier Längshautfalten an der Ohrmuschel deutlicher 
hervortreten. Bei der Ziege sind die Haare am spärlichsten; 
der größte Teil der Innenoberiiläche der Ohrmuschel erscheint 
deshalb unbehaart, so daß die Längsfalten der Haut an der 
Innenoberfläche der Ohrrnuschel deutlich zu erkennenysind. 
Nur anaden Rändern der Ohrmuschel und an dem diesen be- 
nachbarten Teile der eben erwähnten Längsfalten finden sich 
stärkere Haare. Größe und Form der Muschel ergeben sich 
aus den Abbildungen und zeigen im übrigen die allgemeinen 
Verhältnisse. 
2 (Fig. 7) Außerer bzw. hinterer Rand der Ohrmuschel. 
3 (Fig. 7) Innerer bzw. vorderer Rand der Ohrmusehel. 
8 (Fig. 7) Schildknorpel des Ohres. Er dient mehreren Ohrmuskeln 
zum Ansatze. 
9 (Fig. 7, 8, 9, 10 u. 11) Joehbogen (Arcus zygomaticus). Er ist zum 
größten Teil nur von der äußeren Haut bedeckt und hebt sich 
beim lebenden Tiere plastisch ab.  
11 (Fig. 8, 10 u. 11) Kronenfortsatz des Unterkieferbeins. 
12 (Fig. 8, 10 u. 11) Allgenbogen. Er tritt besonders stark bei der 
Ziege und beim Hirsch hervor, so daß er äußerlich als vor- 
stehende Knochenpartie direkt auffällt, und zwar hebt er sich 
auch deshalb so gut ab, Weil er nur von der äußeren Haut 
und einer dünnen Muskellage bedeckt ist. Hinter dem Augen-
        

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