Volltext: Anatomie von Hirsch, Reh und Ziege (Bd. 4)

Die beiden mit 36 und 37 bezeichneten Muskeln bedingen die Run- 
dung am Übergänge der hinteren zur inneren Seite des Unter- 
arms. Zwischen dem inneren Speichenmuskel und dem inneren 
Ellbogenmuskel kommt in der unteren Hälfte des Unterarms 
ein Randabschnitt der Zehenbeuger zum Vorschein. 
Bellgesehnen. Die zum oberflächlichen und tiefen Zehenbeuger ge- 
hörigen Beugesehnen treten besonders deutlich an der hinteren 
Seite des Mittelfußes hervor. Von der Oberfläche nach der 
Tiefe folgen hier: 1) die platte oberflächliche Beugesehne, 
2) die mehr rundliche tiefe Beugesehne, die beide zusammen 
in den Fig. 1, 3 u. 5 mit 52 am Vordermittelfuß und mit 52' 
 am Hintermittelfuße bezeichnet sind; die oberfiächliche Beuge- 
sehne endet am 2., die tiefe am 8. Zehengliede; 3) zu den 
Beugesehnen gesellt sich, direkt auf dem Knochen gelegen, 
der mittlere Zwischenknochennluskel, der Fesselbeinbeu- 
 ger  interosseus), der jedoch einen rein sehnigen, platten 
Strang darstellt (er ist in den Fig. 1, 3 u. 5 am Vordermittel- 
fuße mit 58, am Hintermittelfuße mit 53' bezeichnet). Er endet 
im wesentlichen an den Sesambeinen des ersten Zehengelenkes, 
schickt aber nach vorn und unten noch Verstärkungssehnen 
 zu den Strecksehnen (s. S. 10 unter 33). Die zu den Beuge- 
sehnen gehörigen Muskelbäuche liegen am Unterarm, und 
zwar größtenteils in der Tiefe, so daß sie von den beschriebenen 
oberflächlichen Muskeln (34, 36 u. 37) fast vollständig bedeckt 
sind. Nur in der unteren Hälfte des Unterarms kommt, wie 
schon erwähnt wurde, auf der äußeren Seite zwischen dem 
besonderen Strecker der äußeren Vorderzehe und dem äußeren 
Ellbogenmuskel (33 u. 34) und auf der inneren Seite zwischen 
dem inneren Speichen- und dem inneren Ellbogenmuskel (36 
u. 37) je ein Randabschnitt von ihnen zum Vorschein (vgl. 
S. 10 u. oben). An der hinteren Seite der Mittelfußzehengelenke 
werden die Beugesehnen, durch ein Ringband in der Lage 
erhalten. Soweit die Beugesehnen am Vordermittelfuße liegen, 
modellieren sie sichbeim lebenden Tier, allerdings in der Regel 
nur in Form eines Längsstranges; ebenso heben sich deutlich die 
Seitenränder des Zwischenknochenmuskels plastisch ab. 
38 (Fig. 1, 3 u. 5) Vorderer Unterschenkel-(Schienbein-ßluskel (M. 
tibialis anterior) und 
38' (Fig. 1, 3 u. 5) seine Sehne. Der vordere Unterschenkel- 
muskel liegt auf der vorderen Fläche des Schienbeins und 
ist zum größten Teil von den mit 39 und 40 bezeichneten Mus- 
keln bedeckt. Nur ein kleiner Randabschnitt von ihm liegt 
im oberen Teile des Unterschenkels, dicht außenseitig von der 
Schienbeingräte, direkt unter der äußeren Haut. Der Muskel 
entspringt an der Gräte und dem äußeren Knorren des Schien- 
beins und geht unterhalb der Mitte des Schienbeins in eine 
Sehne aus (38' in Fig. 1, 3 u. 5), die über die Fußwurzel schräg 
ab- und rückwärts verläuft und innen am oberen Ende des Haupt- 
mittelfußknochens und zum Teil an der Hinterfußwurzel endet. 
39 (Fig. 1, 3 u. 5) Gemeinschaftlicher (Hinter-)Zehenstrecker (M. ex- 
tensor digitorum pedis longus). Er stellt einen starken Muskel 
dar, der am Übergange der vorderen zur äußeren Seite des 
Unterschenkels liegt und nur zum kleinen Teil von den mit 
38 und 40 bezeichneten Muskeln bedeckt ist, im übrigen aber 
direkt an die Haut stößt. Er entspringt mit einer Sehne am 
äußeren Knopffortsatze des .Oberschenkelbeins und spaltet 
im unteren Teile des Unterschenkels zunächst einen inneren 
Ast ab; dieser geht in eine Sehne aus, die am Übergänge 
 der inneren zur vorderen Seite zum Teil an der Fußwurzel, 
zum Teil am Hauptmittelfußknochen endet. Der letztere Teil 
des Muskels kann auch als Mittelfußportion des gemein- 
schaftlichen Zehenstreckers oder als ein besonderer Mus- 
kel, als dritter Wadenbeinmuskel (M. peronaeus tertius), auf- 
gefaßt werden. Der übrigbleibende Teil des gemeinschaftlichen 
Zehenstreckers geht in 2 Sehnen aus, von denen die innere (41 in 
Fig. 1, 3 u. 5) genau so wie die Sehne des besonderen 
Streckers der inneren Zehe am Vorderfuße, (s. S. 10 
unter 30) sich verhält, jedoch keinen Schenkel zur Afterklaue 
gibt, während die äußere der beiden Sehnen (42 in Fig. 1, 3 u. 5) 
vollständig der Sehne des gemeinschaftlichen Zehenstrecker 
am Vorderfußes (s. S. 10) gleicht.  
40 (Fig. 1, 3 u. 5) Langer Wadenbeinmuskel (M. peronaeus longus). Er 
ist ein im Querschnitt fast dreieckiger, platterMuskel, der mitten 
an der äußeren Seite des Unterschenkels liegt, vom äußeren 
Knorren des Schienbeins entspringt und noch über der Mitte 
 des Unterschenkels in eine dünne Sehne ausgeht. Diese läuft an 
der äußeren Seite des Unterschenkels und der Fußwurzel herab 
(4O' in Fig. 1, 3 u. 5) und tritt dann in die Tiefe bzw. verschwindet. 
41(Fig. 1, 3 u. 5) Sehne des besonderen Streckers der inneren 
 Hinterzehe (inneren Hauptklaue) (s. oben unter 39). 
42 (Fig, 1, 3 u. 5) Sehne des gemeinschaftlichen Zehen- 
streckers (s. oben unter 39). 
Die mit 38, 39, 40 u. 43 (s. S. 12) bezeichneten und an der vorderen 
und äußeren Seite des Unt-erschenkels gelegenen Muskeln be- 
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