Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anatomie von Hirsch, Reh und Ziege
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881858
17 (Fig. 1-6) Sitzbeinhöcker (Sitzknorren, Tuber ischiadicum). 
Er tritt plastisch beim lebenden Tiere hervor, da der nur von 
der Haut bedeckt ist. 
18 (Fig. 2, 4 u. 6) Oberschenkelbein (Os femoris). Es ist ganz von 
Muskeln umlagert (vgl. Fig. 1, 3 u. 5); nur sein 
19 (Fig. 2, 4 u. 6) großer Umdreher (großer Rollhügel, Trochanter 
major) bildet einen plastischen Skelettpunkt und bedingt beim 
lebenden Tier eine flachrundliche Erhöhung, obgleich Mus- 
kulatur über ihn hinwegzieht (vgl. 19 in Fig. 1, 3 u. 5). 
20 (Fig. 2, 4 u. 6) Knisscheibe (Patelia). Sie hebt sich ebenfalls 
 äußerlich durch die Muskulatur (20 in Fig. 1, 3 u. 5) und die 
äußere Haut ab. 
21 (Fig. 2, 4 u. 6) Schienbein (Tibia). Es ist bis auf die innere 
Flache und einzelne Teile des unteren Endes ganz von Mus- 
keln umlagert. Die nicht von Muskeln bedeckten Teile heben 
sich äußerlich ab; auch der mit 
21' (Fig. 2, 4 u. 6) bezeichnete äußere Knorren des Schienbeins und 
die mit 
21" (Fig. 2, 4 u. 6) bezeichnete Beule des Schienbeins, die sich zehen- 
wärts in die Schienbeingräte fortsetzt, heben sich beim 
lebenden Tiere durch die sie bedeckenden Bandmassen (vgl. 
Fig. 1, 8 u. 5) und die äußere Haut hindurch ab. Schienbein- 
beule und Schienbeingräte bilden zusammen einen Längs- 
knochenkamm, der nach der Mitte des Schienbeins hin niedriger 
wird und allmählich sich verliert. Die innere Seite des Unter- 
"schenkels wird in der Richtung nach hinten "und oben von 
einer starken Vene gekreuzt, die sich beim lebenden Tier in 
der Regel deutlich modelliert. 
22 (Fig. 2, 4 u. 6) Sprnnggelenk, Hinterfußwurzel (Tarsus). 
23 (Fig. 2, 4 u. 6) Rudimentares Wadenbein, Knöchelbein (Os 
malleolare). 
24 (Fig. 2, 4 u. 6) Fersenbeinhöcker (Tuber calcanei). 
25, 25' (Fig. 2, 4 u. 6) Hintermittelfuß (Metatarsus). 
26 (Fig. 2, 4 u. 6) Erstes ,(Hinter-)Zehenglied (Phalanx prima). 
26' (Fig. 2, 4 u. 6) Zweites (Hinter-Mehenglied (Phalanx secunda). 
26" (Fig. 2, 4 u. 6) Drittes (Hinter-)Zehenglied, Klauenbein 
(Phalanx tertia). 
Die mit 25 und 26 bezeichneten Teile sind genau so zu beurteilen, 
wie die entsprechenden Teile des Vorderfußes, die S. 8 
unter 12 und 13 beschrieben sind. Es ist nur hervorzuheben, 
daß der Hintermittelfuß etwas (durchschnittlich um llß) langer 
ist als der Vordermittelfuß und daß die beim Reh vorkom- 
menden Nebenmittelfußknochen (25' in Fig. 6) noch kleiner 
als die entsprechenden am Vorderfuße  sind. Die ein- 
zelnen Knochen des mit 22 bezeichneten Sprunggelenkes 
(Hinterfußwurzel) heben sich als solche beim "lebenden Tiere 
nicht deutlich ab, weil sie von Bandmassen verdeckt sind (vgl. 
Fig. 1, 3 u. 5); nur der mit 24 bezeichnete Fersenbeinhöcker 
springt nach oben und hinten so stark vor, daß er die Grund- 
lage einer sehr deutlichen Erhöhung bildet, sich also beim 
 lebenden Tiere gut modelliert. Auch die Hinterfußwurzel als 
Ganzes hebt sich gegen den Unterschenkel und Hintermittel- 
fuß ab, "weil sie etwas dicker als diese. ist. Unter Umständen 
kann man aber auch eine Anzahl anderer Knochenpunkte (ab- 
gesehen vom Fersenbein) und Bänder am Sprunggelenke des 
lebenden Tieres sich formen sehen.  
Außer den unter 7. H., 7. L., K, 3, 12, 13" und 15 erwähnten Unter- 
schieden sind grobe und wirklich charakteristische, für die 
plastische Anatomie und die bildende Kunst in Betracht kom- 
mende Unterschiede weder am Rumpf- und Gliedmaßenskelett, 
noch an der Muskulatur von Hirsch, Reh und Ziege nach- 
weisbar. Betreifs des Skelettes kann man im allgemeinen nur 
sagen, daß sich das Reh durch seinen fast zierlichen, schlanken 
Knochenbau gegenüber der Ziege und noch mehr gegenüber 
dem Hirsch auszeichnet; dabei zeigen die meisten Knochen 
beim Reh schöngeschwungene Linien, die namentlich der 
Ziege abgehen. Bei der Ziege und noch mehr beim Hirsch 
sind die Knochen kräftiger und massiger, und zwar so, daß 
die Ziege im allgemeinen zwischen Reh und Hirsch steht. Im 
übrigen zeigt natürlich das Skelett Abweichungen, die aber 
für die bildende Kunst keine Bedeutung haben und zum Teil 
bereits erwähnt sind (s. z. B. 7. L. auf S. 6 und 3 und 9 auf 
S. 7). Die bedeutungsvolleren Unterschiede des Beckens sind 
S. 8 schon besprochen. 
27 (Fig. 1, 3 u. 5) Freier Rand des breiten Beckenbandes. Das 
Band bildet eine ausgebreitete Bandplatte zwischen dem Kreuz- 
bein einerseits und dem Darm-und Sitzbein anderseits. Sein 
freier Rand ist durch die äußere Haut zu fühlen und modelliert 
sich nicht selten beim lebenden Tiere, besonders bei der Ziege. 
28 (Fig. 1, 3 u. 5) Ende des inneren Armmuskels (M. brachialis in- 
ternus). Es bedeckt die Beugeseite des Ellbogengelenkes und 
endet an der inneren Seite des Ellbogenbeins. Der übrige 
 Teil des Muskels ist von den mit e und f' bezeichneten Mus- 
keln bedeckt. In der Gegend des Endteils des inneren Arm-
        

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