Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anatomie von Hirsch, Reh und Ziege
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881842
12 u. 12' (Fig. 2, 4 u. 6) Vordermittelfuß, Mittelhand (Metacarpus). 
Das Vordermittelfußskelett besteht bei der Ziege nur aus 
einem einzigen Knochen, dem Hauptmittelfußkuochen, wäh- 
rend beim Reh zu diesem (12 in Fig. 2 u. 4) noch 2 kleine 
Nebenmittelfußknßchen kommen, die sich am Übergänge der 
hinteren Fläche zu den beiden Seitenrändern des Hauptmittel- 
fußknochens dem unteren Dritteldes letzteren anlegen (12' in 
Fig 6). Auch beim Hirs ch finden sich Nebenmittelfußknochen, 
die aber noch erheblich kleiner als beim Reh und dem unteren 
Ende des Hauptmittelfußknochens angefügt sind (Fig. 4). Ein 
weiterer wesentlicher Unterschied besteht darin, 
daß der Vordermittelfuß bei der Ziege (Fig. 2) im 
Verhältnis erheblich (im Durchschnitt ungefähr 
lls) kürzer ist als der Vordermittelfuß von Reh und 
Hirsch; dasselbe Verhältnis gilt für den Hinter- 
mittelfuß (25 in Fig. 2, 4 u. 6). 
13 (Fig. 2, 4 u. 6) 1.  (Phalanx prima). 
13' (Fig. 2, 4 u. 6) 2. Vorderzehen-(Finger-Milied (Phalanx secunda). 
13" (Fig. 2, 4 u. 6) 3. Vorderzehen-(FingerqGlied, Klauenbein 
(Phalanx tertia). Das Gelenk zwischen Vordermittelfuß und 
1. Zehenglied und das Gelenk zwischen 2. u. 3. Zehenglied 
(Klauengelenk) werden an der hinteren Seite durch kleine 
Knochen (Sehnen- oder Sesambeine) ergänzt. Die Figuren 1, 
3 u. 5 zeigen, daß die unter 10-13 erwähnten Abschnitte 
zwar zum Teil von Sehnen und Bändern bedeckt sind, daß 
sie größtenteils aber frei liegen. Die frei bleibenden Teile und 
in der Regel auch die Sehnen modellieren sich durch die 
äußere Haut hindurch, so daß sich die einzelnen Hauptabschnitte 
des Vorderfußes beim lebenden Tiere genügend markieren. 
Besonders hervorgehoben sei noch, daß die Zehenglieder bei 
Hirsch und Reh insofern eine andere Stellung haben als 
bei der Ziege, als sie bei Hirsch und Reh mehr oder 
weniger eine gerade Linie bilden (vgl. Fig. 4 u. 6), während 
bei der Ziege (Fig. 2) das 2. Zehenglied nach hinten und 
unten gerichtet ist und infolgedessen mit dem 1. Zehenglied 
einen stumpfen und mit dem 3. Zehenglied einen spitzen 
Winkel bildet, wie esfFig. 2 zeigt. Die Klauen und Afterklauen 
werden in der Legende zu Tafel 8 besonders beschrieben werden. 
14 (Fig. 2, 4 u. 6) Brustbein (Sternum). Es endet nach vorn (hals- 
wärts) mit 
14' (Fig. 2, 4 u. 6) der Brustbeinspitze (Manubrium sterni) und geht 
nach hinten Uoeckenwärts) in den 
14" (Fig. 2, 4 u. 6) Schaufelknorpel (Cartilago xiphoidea) aus. Ob- 
gleich das Brustbein von Muskeln bedeckt ist, kann seine Lage 
doch beim lebenden Tier erkannt werden. 
15 (Fig. 2, 4 u. 6) Knöchernes Becken (Ossa pelvis). Es ist bei allen 
drei Wiederkäuern als schlank zu bezeichnen; besonders 
gilt dies für das Becken von Ziege und Reh, Während das 
Becken des Hirsches erheblich kräftiger und stärker ist und 
infolgedessen plumper erscheint. Weiterhin ist bei den meisten 
Rassen das Becken der Ziege schlanker als das Becken vom 
Reh. Ein wesentlicher Unterschied besteht ferner darin, daß 
der hinter der Gelenkpfanne gelegene Teil des Beckens sich 
zu dem vor ihm befindlichen Teile bei Hirsch und Reh fast 
wie .1  1 (vgl. Fig. 4 u. 6), bei der Ziege (Fig. 2) hingegen 
wie 2  5 verhält, mithin bei der Ziege verhältnismäßig kürzer 
ist als bei Hirsch und Reh. Dazu kommt, daß der hinter der 
Gelenkpfanne gelegene Teil des Beckens bei der Ziege nach 
hinten und unten abfällt und fast geradlinig den vor der 
Grelenkpfanne gelegenen Teil des Beckens (das Darmbein) fort- 
setzt. Bei Hirsch u_nd Reh ist dies insofern ganz anders, 
' als bei ihnen der hinter der Gelenkpfanne gelegene Teil des 
Beckens deutlich aufgebogen ist, so daß der Sitzbeinhöcker 
(17) bei Hirsch und Reh (Fig. 4 u. 6) erheblich höher steht 
als bei der Ziege (Fig. 2). Diese Verhältnisse müssen natür- 
lich von großem Einiiuß auf die Formation der Beckengegend 
sein. Bei der Ziegel) fällt das Becken vom Hiifthöcker bis 
zum Sitzbeinhöcker fast gleichmäßig nach hinten und unten 
ab, und der Sitzbeinhöcker steht im Verhältnis zum Hüft- 
höcker sehr tief (Fig. 1); beim Hirsch und Reh hingegen 
fällt die Beckengegend viel weniger ab, und der Sitzbein- 
höcker steht verhältnismäßig viel höher (Fig. 3 u. 5). Das 
Becken der weiblichen Tiere ist von oben gesehen breiter 
und geräumiger gebaut, das Becken der männlichen Tiere 
hingegen schmaler und enger. Das knöcherne Becken ist all- 
seitig von Muskeln umlagert (vgl. Fig. 1, 3 u. 5) bis auf den 
äußeren Darmbeinwinkel (Hüfthöcker) und den Sitzbeinhöcker 
(s. S. 9). 
16 (Fig. 1-6) Äußerer Darmbeinwinkel (Hüfthöcker, Tuber 
coxae). Er ist beim lebenden Tiere nur von der äußeren Haut 
bedeckt und hebt sich infolgedessen durch die letztere hindurch 
deutlich ab. 
(Fig. 2, 4 u. 6) Innerer Darmbeinwinkel (Kreuzhöcker, 
sacrale). Er hebt sich plastisch nicht ab. 
Tuber
        

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