Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879893
bleibt; die Bewegungen der Gliedmassen erfolgen ähnlich wie beim Trabe 
oder Schritt und beim schnellen Schwimmen auch sprungartig. 
Das Klettern kommt nur bei Katzen vor. 
Das Ziehen von Lasten ist eigentlich ein Schieben derselben nach 
vorn, wobei die Wirbelsäule zu einem unnachgiebigeii Stabe festgestellt 
sein muss. Die Hinterbeine stemmen sich gegen den Boden und schieben 
die Last mit dem Rumpfe derart vor, dass die Vordergliedmassen schief 
nach hinten und unten gerichtet sind und sich auch am Verschieben der 
Last beteiligen können. Dabei findet der Körper eine Stütze am Ge- 
schirr. Es wirrl immer nur eine Gliedmasse erhoben und vorgesetzt und 
niedergesetzt, ehe die nächste, die diagonale (lrliedmasse folgt. Der Rumpf 
wird also immer durch 8 Gliedniasseil gestützt. Ein festes Anklannnern 
oder Eingreifen in den Boden und event. ein Feststellen der Glied- 
massen in  Beugestellungen ist beim Lastenziehen durchaus 
notwendig. Rind und Schwein können mit dem Kopf, Pferd und Hund 
nur mit der Vorderbrust ziehen, weil ihr Hals zu lang und zu beweg- 
lich ist und nicht genügend festgestellt werden kann. Das Schwein mit 
seinem kurzen, wenig" beweglichen Halse kann mit dem Kopfe grosse Ge- 
walt beim Durclnvülilen des Bodens anwenden. 
Die 
Nahrungsaufnahme 
und 
das 
Kauen. 
Die Aufnahme der Nahrung 
nach der Tierart verschieden. 
und 
des 
Getränks 
erfolgt 
Die Aufnahme fester Nahrung zerfällt in 2 Momente, das Ergreifen und das 
Führen derselben in die Mundhöhle. Bei beiden Vorgängen sind in Thätigkeit die 
Lippen, der Unterkiefer, bezw. die Zähne und die Zunge. Das Ergreifen der Nahrung 
geschieht bei den Einhufern, Schafen und Ziegen besonders mit den Lippen, 
bei den Rindern und Schweinen mehr mit der Zunge und bei den Fleisch- 
fressern mehr mit den Zähnen. Beim Einführen der Nahrung in die Mundhöhle 
sind besonders die Lippen und die Zunge t-hätig; die letztere schafft die Nahrung auch 
sofort zwischen die Reibei-lächen der Backenzähne.  Die einleitende Bewegung bei 
der Nahrungsaufnahme besteht bei allen Tieren im Öffnen der Lippenspalte und 
Öffnen der Mundhöhle durch ein geringes Abziehen des Unterkiefers vom Obcrkiefer. 
Die Pferde, Schafe und Ziegen schieben die Lippen gegen die aufzu- 
nehmende Nahrung vor, erfassen dieselbe durch Herandrücken der Lippen (Schliessen 
der Lippenspalte) und ziehen dieselbe gegen die Schneidezähne zurück, wo sie von 
der Zunge erfasst und zwischen die lteibefläche der Backenzähne gebracht wird. 
lYIi-ist, namentlich beim Grasen auf der Weide, unterstützen die Schneidezähne die 
Lippen, indem sie das Gras u. s. w. ebenfalls erfassen und abkneifen; dazu kommt 
aber, dass die Tiere durch ruckartige Bewegungen mit dem Kopf die festsitzende
        

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