Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879867
ist also durch 3 Beine gestützt (5. Hauptmoment eines Schrittes). In- 
dem nun das zuletzt abgehobene Bein niedergesetzt wird, ruht der Körper 
Wieder auf allen 4 Gliedmassen (o. Hau ptmomen t). Damit ist 1 Schritt 
vollendet. Bei der fortschreitenden Bewegung, wenn also mehrere, 
bezw. viele Schritte hintereinander gemacht werden, fallen das 5. und 6. 
Moment (das Stützen mit 3 und 4 Beinen) fort. Im 5. Moment wird 
dann das linke Vorderbein niedergesetzt und, während das rechte Hinter- 
bei11 noch pendelt, das rechte Vorderbein wieder erhoben, sodass den 
Rumpf 2 gleichseitige Beine stützen. Dann folgt als 6. Moment Nieder- 
setzen des rechten Hinterbeines; dabei wird gleichzeitig das linke Hinter- 
bein erhoben, während das rechte Vorderbein noch pendelt; der Rumpf 
ist also von 2 diagonalen Beinen gestützt (es ist dies wieder das 
2. Hauptmonient). Bei der fortschreitenden Bewegung stützen also immer 
nur 2 Beine den Rumpf und zwar abwechselnd 2 diagonale und 2 gleich- 
seitige. 
Diese Hauptstadien zerfallen, wie die lilonientphotographien ergeben, 
noch in Unterstadien und zwar wird der Körper gestützt 1. von 3 Füssen, 
2. von 2 Diagonalen, 3. von 3 Füssen, 4. von 2 gleichseitigen, 5. von 
3 Füssen,.6. von 2 Diagonalen, 7. von 3 Füssen, 8. von 2 gleichseitigen, 
9. von 3 Füssen u. s. w. Zwischen je 2 Hauptstadien schiebt sich also 
je ein für das Auge unmerkliches Stadium ein, in welchem der Rumpf 
von 3 Gliedmassen gestützt wird. 
Bei dem seltenen Passgang folgen die Gliedmassen einander nicht 
in der Diagonale, sondern gleichseitig. Der Passgang kommt bei den 
Haustieren, abgesehen von den Windliunden, selten vor; am häufigsten 
beobachtet man denselben noch bei den orientalischen Pferderassen 
(arabischen Pferden) und im übrigen regelmässig bei den Giraffen, 
Kameelen u. s. w. 
Beiin Rinde kann die Schrittbevvegung als ein Halbpass be- 
zeichnet werden. Dem Vorgreifen einer hinteren Gliedmasse folgt sehr 
rasch das Vor-greifen der gleichseitigen vorderen Gliedmasse. 
Bei der Trabbewegung der Pferde und Hunde (s. Tafel 2 des An- 
hanges) ist die Reihenfolge der Gliedmassen dieselbe wie beim Schritt; 
die Gliedmassen folgen aber bedeutend rascher aufeinander. Schon beim 
Mittel- und noch mehr beim gestreckten Trabe werden nach dem Vor- 
wärtswerfen des Rumpfes 2 diagonale Gliedmassen gleichzeitig erhoben 
und, während dieselben noch in der Schwingung sind, folgen die beiden 
anderen Gliedmassen, sodass das Tier einen Moment frei in der Luft 
schwebt, und dann folgt das Niedersetzen der diagonalen Gliedmassen- 
paare rasch nach einander, sodass man also nur 2 Hufschläge beim Trabe 
hört. Bei fortschreitender Bewegung hat natürlich das eine diagonale
        

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