Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879857
und der Zehengelenke durch leichte Kontraktion ein, w'ährend die Vor- 
führer und Beuger in ihrer Wirkung nachlassen.  
Das Feststellen unter der Last erfolgt im wesentlichen (lurch 
die Strecker des Knie- und Ellenbogengelenks und ihre Gehilfen, d. h. 
die Strecker aller Gelenke der Gliedmassen. Bei dieser Streckwirkung 
ist aber eine gewisse (Eegenwrirkung; durch die Beuger notwendig, damit 
die richtige Festigkeit der Gliedmasse unter der Last erzielt wird. Das 
Anklammern an den Boden, das namentlich beim Ziehen von Lasten, 
beim Bergangehen u. s. w. so Wichtig ist, erfolgt durch harmonisches 
Zusammenwirken der Strecker und Beuger der Zehengelenke. Die 
ersteren halten die Spitze der Zehen bis zu einem gewissen Grade nach 
Vorn fest, während die letzteren die Zehe nach hinten, d. h. fest gegen 
den Boden oder in diesen hinein ziehen, bezw. drücken (wenn der Boden 
Weich und nachgiebig ist). Hit dem Niedersetzen und dem Feststellen 
der Gliedmasse unter der Last geht ein Vorziehen oder Verschieben des 
Rumpfes auf die Vorgesetzte Gliedmasse einher. Dies wird im wesent- 
lichen durch Rumpfgliedmassemnuskel11 bewirkt. 
Die Gangarten. Man unterscheidet den Schritt- und Passgang, den 
Trab, fliegenden Pass und den Galopp. 
Der Schritt (s. Tafel 1 des Arnhanges). Wie bei allen Gangarten 
wird der Impuls durch Strecken einer, z. B. der linken Hintergiiedmasse, 
gegeben, wodurch der Schwerpunkt in diagonaler Richtung (nach vorn 
und rechts) verschoben wird. Der vorwärts und nach rechts geschobene 
Schwerpunkt wird sofort durch Hinüberziehen des Vorderteils (durch die 
Brustmuskeln der linken Seite) nach links nach der linken Seite verlegt 
und dadurch der rechte Vorderfuss, der sofort erhoben und vorbewegt wird, 
entlastet. Der Rumpf ruht also jetzt, da der rechte Vorderfuss nach vorn 
schwingt, auf 3 Beinen (1. Hau ptm oment der Bewegung). Während 
der rechte Vorderfuss noch schwingt und seine Streckung beginnt, wird 
der linke Hinterfuss bereits gehoben, sodass der Rumpf jetzt nur durch 
2 diagonale Beine (r. h. und 1. V.) gestützt ist (2. Hauptmoment). 
Jetzt wird der rechte Vorderfuss niedergesetzt und ihm die Last zu- 
geworfen; gleichzeitig hat sich der rechte Hinterfuss gestreckt und den 
Rumpf weiter vorgetrieben. Sofort, während der linke Hinterfuss noch 
schwingt, erhebt sich der linke Vorderfuss, und das Tier wird durch 
2 gleichseitige Beine (r. v. und r. h.) gestützt (3. Hau ptmoment). 
Nun wird das linke Hinterbein niedergesetzt und, während das linke 
Vorderbein noch vorpendelt und die Streckung einleitet, das rechte Hinter- 
bein erhoben, sodass der Rumpf also auf 2 diagonalen Beinen ruht (r. v. 
und l. h.) (4. Hauptmoment). Nun folgt Niedersetzen des linken 
Vorderbeines, während das rechte Hinterbein noch pendelt, der Körper
        

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