Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879824
punkt nach der anderen Seite und nach vorn verlegt worden ist. Bei 
den Wiederkauern wird das Bein dabei im Bogen auswärts bewegt.  
Beim Hintenausschlagen mit beiden Beinen wird zunächst der Schwerpunkt 
nach vorn verlegt, Kopf und Hals werden nach unten festgestellt, damit 
die Riickenstrecker gespannt und die Dornfortsatze der Birustwirbel nach 
vorn gezogen werden; durch starke Kontraktion der Riickenstrecker und 
der Gehilfen derselben (der Gesass- und Hinterbackenmuskeln) wird das 
Hinterteil erhoben, dabei werden die Hinterbeine unter Mitwirkung der 
fragl. Muskeln nach hinten gestreckt. Bei stark erhobenem Hals und 
Kopf kann das Hintenausschlagen nicht stattfinden. 
Beim Steigen und Hauen (Textiig. 44)" mit den Xiorderbeinen wird 
der Schwerpunkt nach hinten verlegt, Kopf und Hals werden erhoben 
und das Hinterteil festgestellt, wobei aber die Hinterbeine etwas weiter 
nach vorn unter den Leib gestellt werden. Durch mächtige Wirkung 
der Hinterbackem, Gesass- und Rückenmuskeln wird das Vorderteil er- 
hoben und am Hinterteil getragen; event. schliesst sich dem dann das 
Hauen mit den Vorderbeinen an. Das Steigen wird noch besonders 
dadurch erreicht, dass sich die vorher etwas gebeugten Vorderbeine rasch 
strecken und so den Rumpf vom Boden ab nach oben und hinten treiben 
(schnellen). Der Körper muss so weit aufgerichtet werden, dass durch 
die hinteren Gliedmassen der Schwerpunkt unterstützt werden kann. 
Das Steigen ist eine schwierige Bewegung, namentlich für die Tiere mit 
langem Rücken und langer Lende. Das Tragen des ganzen Rumpfs auf 
den Hinterbeinen ist bei der kleinen [lnterstützungsiiäche und dem 
grossen Bauche u. s. w. für die Pferde sehr schwierig; dieselben sind 
genötigt, hin und her zu trippeln, um immer von neuem den Schwerpunkt 
zu stützen und das Umfallen zu vermeiden. Für die kleinen Haustiere 
ist das Steigen viel leichter.  Auf die Passade, Courbette, 
Kapriole der Pferde, die Bockspriinge der Schafe, das 
Ohrenspiel, die Bewegungen der Augen und andere besondere 
Bewegungsarten auf der Stelle hier einzugehen, liegt keine Veranlassung 
vor. Es sei noch bemerkt, dass die Bewegung des Steigens bei den 
männlichen Tieren auch zum Zwecke der Begattung, bei der sich das 
männliche Tier mit dem Vorderteile auf das weibliche Tier iliederlässt, 
ausgeführt wird.  
Bei der Kotentleerung setzen die Tiere die Hinterbeine mehr unter den Bauch, 
krümmen den Rücken, besonders die Fleischfresser, die fast den Boden mit dem After be- 
rühren, heben den Schwanz u. s. w. Bei der H arn en tleerung strecken die männlichen 
Pferde den Körper, beugen die Lenden und setzen die Hinterfüsse weit zurück und 
stützen sich auf die Zehen der Hinterhufe; die männlichen WViederkäuixr und Schweine 
zeigen dabei keine beachtenswerten Körperbewegungen; der männliche Hund hebt ein 
Hinterbein u. s. w. Die weiblichen Tiere stellen die Hinterfüsse etwas unter den Bauch.
        

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