Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879703
Grube (die Kunde oder Bohne).  Die Milchschneidezähne sind kleiner 
und besitzen einen deutlicheren Hals und eine feingerippte Lippenfläche. 
Die Länge der Schneidezähne und die Form ihrer Reibefiäche sind nach dem 
Alter der Tiere verschieden. Bis zu einem Alter von 6 Jahren ist die Reibefläche der 
Schneidezähne (besonders der unteren) queroval und besitzt eine Kunde; mit 7 bis 
9 Jahren verschwinden die Kunden von den unteren Schneidezähnen, gleichzeitig geht 
die querovale Form mehr in die runde über; bei Pferden über 15 Jahren sind die 
Reibefiächen mehr dreieckig, und bei ganz (über 18 Jahre) alten Pferden werden sie 
allmählich längsoval.  Die Kronen (d. h. der aus dem Kiefer vorstehende Teil) der 
Schneidezähne sind bei 5-6 Jahre alten Pferden 1,5-2,5 cm lang, mit dem zu- 
nehmenden Alter der Tiere werden sie allmählich länger, sodass sie schliesslich 5-6 cm 
messen können. Die bogig gekrümmten, nach dem freien Ende konisch zulaufenden 
Hakenzähne besitzen eine konvexe, glatte Lippenfläche, während die innere, gegen 
die Zunge gekehrte Fläche (Zungenfläche) von 2 scharfen, am freien Ende des Zahnes 
zusammenlaufenden Rändern eingefasst ist; neben diesen befinden sich 2 schmale 
Längsfurchen, welche eine schwache Längswulst zwischen sich haben. Die oberen 
Hakenzähne sind durch einen längeren, die unteren durch einen kürzeren Zwischen- 
zahnrand von den seitlichen Schneidezähnen getrennt. 
b) WViederkäuer. Die 8 unteren rein weissen Schneidezähne stecken 
weniger tief im Kiefer und stehen in einem viel flacheren Bogen als beim Pferde; 
sie besitzen eine durch einen deutlichen Hals abgesetzte, meissel- oder schaufelförmige 
Krone. Die Lippendächc ist fein geädcrt, die Zungenfläche besitzt 1-2 schwache Leisten. 
e) Schwein. Beim Schwein sind von den 6 Schneidezähnen des Ober- 
bezw. Zwischenkiefers der innere oder Zangen- und der Mittelschneidezahn jeder- 
seits durch einen kleineren und der letztere vom Eckschneidezahn durch einen grossen 
Zwischenraum getrennt. Der Zangenschneidezahn ist der grösste und mit seinem freien 
Ende etwas nach innen gekehrt, sodass er an den der andern Seite stösst; er besitzt an der 
Reibefläche eine seichte Kunde. Der Mittelsehneidezahn ist länger (breiter), aber niedriger 
als der Zangenschneidezahn und besitzt einen freien, gekerbten Rand. Der Eckschneide- 
zahn ist schmalund ziemlich hoch und besitzt einen undeutlich dreigelappten, freien Rand. 
Die 6 Schneidezähne des Unterkiefers stehen gedrängt an einander und fast 
in der Längsachse des Kopfes, sodass sie ungefähr eine nach vorn zugespitztc Schaufel 
bilden. Die Zangen- und Mittelschneidezähne sind ungefähr gleichlang, auf dem 
Querschnitt nahezu rundlich, bezw. dreieckig, und sie tragen auf der Zungen- 
tläche eine deutliche Längsleiste mit 2 Längsfurchen. Die Eckschneidezähne sind 
bedeutend kleiner, besitzen einen deutlichen Hals und einen undeutlich gekerbten, 
freien Rand. 
Die Hakcnzähne werden Hauer genannt und sind in beiden Kiefern wesent- 
lich verschieden; beim männlichen Tiere sind sie stets viel stärker entwickelt und ragen 
aus der Maulhöhle hervor. Die kegelförmigen, seitlich zusammengedrückten Haken- 
zähne des Oberkiefers werden 6-9 cm lang und sind nach aussen und etwas nach 
oben gekrümmt. Die Innenfläche zeigt eine deutliche Längswulst. Die Hakenzähne 
des Unterkiefers werden 15-18 cm lang und sind nach aussen, auf- und rückwärts 
gekrümmt; sie besitzen eine dreiseitige, pyramidenförmige Gestalt und 2 hintere scharfe 
Ränder. 
d) Fleisch fresser. Bei ihnen stehen die braunweissen Schneidezähne des Ober- 
und Unterkiefers eng an einander und haben einen Hals. Die des Oberkiefers sind 
stärker als die des Unterkiefers. Bei allen ist das freie Ende dreilappig (mit einem 
mittlerem Haupt- und 2 Nebenlappen).  Die Schneidezähne der Katze sind sehr klein.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.