Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879621
Halsirvärts von der Wurzel des Jochfortsatzes liegt das das Gehör- 
organ bergende Felsenbein, Welches v01n äusseren Ohre, Muskeln u. s. w. 
verdeckt wird. An der schwach gewölbten Seitenfläche des (Qlesichts- 
teiles des Kopfes fällt vor Allem eine stark vorspringende, in der Ver- 
längerung des Jochbogens verlaufende Leiste, die J och- oder Gesichts- 
leiste, auf, die vom Jochbogen bis zur Höhe des dritten Backenzahnes 
reicht und sich durch die äussere Haut hindurch modellirt. Über dem 
freien Ende der Gesichtsleiste findet sich ein ziemlich bedeutendes Loch, 
das Unteraugenhöhlenloch. Über die im Oberkiefer befindlichen 
Backenzähne s. S. 59. An dem die Genickwand der Schädelhöhle 
bildenden Hinterhauptsbein finden sich seitlich die sog. Drosselfort- 
sätze, Welche sich aufwärts in den Genickkam m fortsetzen, der die 
Genickfläche des Kopfs von der Schädeldachfläche trennt. Da die Ge- 
nickwand der Schädelfläche (Genickiiäche des Kopfs) durch Muskulatur 
vollständig verdeckt ist, sind ihre Einzelheiten in plastischer Hinsicht 
ohne Interesse für Künstler 
Das Mundnasen ende ist (ohne Unterkiefer) eine von oben nach 
unten zusammengedrückte, vorn im Bogen abschliessende, mit den oberen 
Schneidezähnen ausgestattete Knochenplatte. Ganz ähnlich verhält sich 
das Mundendedes Unterkiefers; es ist ebenfalls eine, allerdings dickere, 
vorn bogige Knochenplatte, in der die unteren Schneidezähne sitzen. Diese 
Knochenplatte (Schneidezahnteil des Unterkiefers) teilt sich rückwärts (nach 
hinten) in die beiden die Backenzähne tragenden Unterkieferhälften. 
Die untere Flä che des Schädels (ohne Unterkiefer und Zungen- 
bein) ist plastisch ohne jedes Interesse, da sie durch Muskeln und andere 
Weichteile vollständig verdeckt wird. Beim lebenden Tiere sieht man, 
wenn man den Kopf von unten betrachtet, von Skeletteilen nur die beiden 
Ränder des Unterkiefers, die oben schon beschrieben _wurden. Der 
Zungenbeinkörper kann zwischen diesen Rändern, d. h. im Kehl- 
gange, wohl durch das Gefühl, aber nicht durch das Auge festgestellt 
werden. DasZungenbein kommt also plastisch nicht in Betracht. 
2. Der Kopf des Rindes (Fig. 31, 33 und 35 Taf. 9, 10 und 11) 
ist verhältnismässig kurz, breit, plump. Das nur vom Stirnbein gebildete, 
breite, länglich-viereckige Schädeldach, die Stirn, ist eben, nur nach 
der Mitte etwas vertieft. Ein wulstiger, abgerundeter, kammähnlicher, 
dem Genickkannne des Pferdes entsprechender Rand (Stirn wulst) 
trennt die Stirnfiäche von der fast rechtwinklich zu ihr stehenden Ge- 
nickfläch e. Die letztere wird vom Scheitel- und Hinterhauptsbein ge- 
bildet, ist von vierkantiger Gestalt und wird seinerseits durch einen scharfen 
Seitenkamm (Seitenkante) von der Seitenfiäche getrennt. Die Stirn ist 
ebenfalls durch deutliche, aber gerundete Seitenränder von den Seiten-
        

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