Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879538
Bei den Fleischfressern und dem Schweine ist die äussere Seite des unteren 
Endes des Schienbeins eben und mit einer kleinen Gelcnktiäche zur Artikulation mit- 
dem unteren verdickten, den äusseren Knöchel bildenden Ende des Wadenbeins ver- 
sehen, sodass nur die innere Seite der Schraube zum inneren Knöchel verdickt ist. 
Beim Rinde wird ebenfalls nur der innere Knöchel vom Schienbein, der äussere 
dagegen von dem Knöchelbeine (s. S. 42) gebildet. Beim Rinde ist das Schienbein 
etwas gegen die Mittelebcnc des Körpers gekrümmt; von dem stark vorspringenden 
Rande des äusseren Knorrens ragt ein kurzer Fortsatz nach unten (fusswärts) vor (Uber- 
bleibsel des Wadenbeiizs). Beim Schwein ist die Schienbeingräte verhältnismässig 
hoch; der äusserc Knorren reicht ziemlich weit nach hinten. Beim Hunde ist das 
Schienbein zunächst etwas nach aussen und gegen den Fuss hin wieder nach innen 
gekrümmt; die Gräte ist hoch. 
Plastische Punkte. (Taf. 1, Pferd, Rind.) Die innere Schienbein- 
iiäche ist frei von Muskulatur und modelliert sich deshalb durch die 
Haut; in der oberen Hälfte des Unterschenkels geht diese Flache nach 
vorn in die Schienbeingräte über, welche ebenfalls plastisch hervor- 
tritt. Auch der aussere Knorren des Schienbeines und die beiden Knöchel 
sind durch die Haut feststellbar. 
Das Kniegelenk. (Figz 91-94, Tat. 18, Pferd.) Die gelenkige Ver- 
bindung des Oberschenkelbeins mit den Knochen des Unterschenkels und 
die zwischen dem Oberschenkelbein und der Kniescheibe stellen das 
Kniegelenk dar. Dieses bildet beim stehenden Tiere einen Winkel von 
110-1150 (Pferd und Hund) oder 115-1250 (Schwein, Rind) und besteht 
also aus 1. dem Oberschenkel-Unterschenkelgelenk, 2. dem Kniescheiben- 
gelenk. Dazu gesellen sich am Unterschenkel noch die Schienbein- 
Wadenbeingelenke. 
1) Das Ober  Un te rsche nkel gelenk zeigt die Eigentümlichkeit, dass zwischen 
die Gelenkkxiorren des Schienbeins und die Gelenkknöpfe des Obersehenkelbeins elastische 
Zwisch enkn orp el eingeschaltet sind. Die sichelförmig gekrümmten, peripher dickeren 
und achsenwärts dünneren Knorpel sind durch besondere Bänder fest mit dem Schien- 
bein verbunden und bilden gewissermassen eine Ergänzung desselben. Von dem hinteren 
Rande des äusseren (lateralen) geht auch ein Band zum Oberschenkelbein. Das frag]. 
Gelenk zerfällt also eigentlich in 4 Gelenke, und zwar in ein Gelenk zwischen je einem 
Knorpel und je einem Gelenkknopfe des Oberschenkelbeins und je einem Knorpel und 
je einem Gelenkknorren des Schienbeines. Dem entsprechend sind theoretisch auch 
4 Gelenk kapseln, die aber äusserlich als eine erscheinen, vorhanden. Zu diesen 
Gelenkkapseln gesellen sich noch 2 vom Oberschenkel- zum Schienbein gehende 
Seitenbänder und die sogen. im Gelenk, bezw. zwischen den äusscren und inneren 
Gelenkkapseln, liegenden gekreuzten Bänder, die zwischen den Knorren des 
Schienbeins beginnen und zwischen beiden Gelenkknöpfen des Oberschenkelbeins enden. 
2) Das Kniescheibengtilenk. Eine weite Gele nkkapsel umhüllt die ganze 
Knieschcibcnrolle und die Gelenkfläche der Kniescheibe und heftet sich peripher an 
diesen Gelenkiiäehen an. Sie wird von einem Fettpolster umhüllt und ist z. T. an das 
Ende des vierköpfigen Schenkelmuskels angeheftet. Seitlich wird die Kniescheibe 
durch 2 Querbänder, die von der Seite der Kuiescheibe zu den loetr. Bandhöckern 
des Oberschenkclbeins gehen, in der Lage erhalten. An dem oberen Rande (Fläche) 
und z. T. noch an der vorderen Fläche und den seitlichen Flächen der Kniescheibe
        

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