Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879525
Schienbeine, und dem dünneren, aussen (lateral), event. aussen und 
hinten (schwanzseitig) gelegenen Wadenb ein. Bei den Tieren, welche 
die Beine nur zum Gehen (Schreiten) benutzen, ist das Wadenbein wenig 
entwickelt; stark ist dasselbe nur beim Menschen und bei den Tieren, 
die mit den Gliedmassen klettern, greifen u. s. w. Zwischen dem Schien- 
und Wadenbein findet sich die Unterschenkelspalte, die beim 
M enschen, der Katze und dem Schwein e sich fast auf die ganze 
Länge des Unterschenkels erstreckt, bei Pferd und Hund nur in der 
oberen Hälfte vorkommt und den Wiederkau er n fehlt. Bei dem 
Menschen, den Fleischfressern und dem Schweine ist das 
Wadenbein, F ibula, als ein (vom Knie- bis Sprunggelenk) durchgehender 
Knochen vorhanden. 
Bei den Einhufern und Wiederkäuern ist es verkümmert; bei den Einhufern 
bildet es einen dünnen, griffelförmigen, mit seinem oberen (Knie-) Ende dem äusseren 
Knorren des Schienbeins anliegenden Knochen, der mit seinem spitzen unteren Ende 
ein wenig bis unter die Mitte des Schienbeins herabreicht. Sein oberes Ende bildet 
ein plattes Köpfchen. Bei den Wiederkäuern ist nur das untere Ende des Waden- 
beins selbständig in Form des kronenförmigen (Knöcheh) Beines vorhanden, das 
der Gelenksehraube des Schienbeins aussen anliegt und auf dem Fersenbeine sitzt. Beim 
Schwein ist das Wadenbein ein seitlich zusammengedrückter Knochen mit einer zu- 
gespitzten, in einer Vertiefung des äusseren Schienbeinknorrens ruhenden Beule am 
oberen Ende und einer nach unten (und seitlich) vorspringenden Verdickung am unteren 
Ende, welche den äusseren Knöchel bildet. Dieses Ende besitzt Gelenküächen zur 
Artikulation mit dem Schien-, Fersen- und Rollbeine. Bei den Fleischfressern ist 
das Wadenbein ein schmaler, an beiden Enden verbreiterter Knochen, der an beiden 
Enden innen je eine kleine Gelenkfläche zur Artikulation mit dem Schienbeine besitzt. 
Das untere Ende trägt ausserdem Gelenktiächen zur gelenkigen Verbindung mit dem 
Fersen- und Rollbeine. 
Das Schienbein, Unterschenkelbein, Tibia, ist ein starker, 
bei den Tieren schräg ab- und rückwärts gerichteter Rohrenknochen. 
Sein Körper ist in seiner oberen Hälfte dreikantig und im übrigen von 
vorn nach hinten zusammengedrückt. Die äussere und innere Fläche sind 
in der oberen Hälfte des Schienbeins durch den stärkeren, fusswärts ver- 
laufenden Schienbeinkamm, S chi enb eingr ät e, die beim Men s ch e n 
nur eine Beule darstellt, von einander getrennt. Das obere (Knie-) 
Endstück ist der dickste Teil des Knochens und bildet 2 Gelenk- 
fortsätz e, Knorren, die hinten durch einen Ausschnitt, den Knie- 
k eh] enau sschnitt, von einander getrennt werden. Die untere Hälfte 
des Körpers hat eine vordere und hintere Fläche und 2 stumpfe, schmalen 
Flächen vergleichbare Ränder. Sie geht, indem sie etwas breiter wird, 
in das untere Ende (Fussende) über; dieses bildet eine schräg gestellte 
Gelenkschraube zur Aufnahme der Rolle des Rollbeins. Beim Pferd e 
befindet sich an beiden Seiten der Schraube je eine beulenartige Er- 
höhung, der äussere und innere Knöchel.
        

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