Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879505
schnitt, getrennte Gelenkknöpfe (Gelenkknorren), Condyli ossis 
femoris. Die Kniescheibenrolle besteht aus einer mittleren Langsver- 
tiefung und 2 seitlichen Langskammen (Rollkammen), von denen der innen- 
seitige etwas nach oben ragt und an seinem oberen Ende beulenartig 
verdickt ist; auf der Kniescheibenrolle gleitet bei den Bewegungen des 
Kniegelenks die Kniescheibe auf- und abwärts. 
Das Oberschenkelbein ist länger als alle anderen Röhrenknochen (mit Ausnahme 
des Schienbeins des Hundes), aber etwas kürzer als das Becken. Seine Länge beträgt 
2j, (Pferd) bis ljß (Schwein) der Extremitiitenlänge (d. h. der Höhe des Hinterteils) und 
zwar im Mittel 40 cm beim Rinde, 42 cm beim Pferde, 22 cm beim Schweine 
und 7,5-27 cm beim Hunde. 
Es liegt schräg von oben und hinten nach unten und vorn und divergiert nach 
unten um ca. 200 von der Medianebene. Es bildet mit dem Darmbein einen Winkel 
von 90-1100 beim Pferde, 80-900 beim Rinde, 1100 beim Hunde und einen 
solchen zum Schienbein von 125-1500 beim Pferde, 120-1300 beim Rinde und 
130-1350 beim Hunde. Mit der Horizontalen bildet es rückwärts einen "Winkel von 
60 (Hund, Rind) bis 700. 
Plastische Punkte  1 Pferd, Rind). Der Knochen ist von 
Muskeln ganz umlagert. Durch die Haut mit dem Auge feststellbar ist 
nur die Gegend des grossen Umdrehers (s. S. 39) und die des unteren 
(Knie-) Endes, auf dem vorn die Kniescheibe ruht. 
Hüftgelenk. Das Becken und das Oberschenkelbein bilden mit 
einander das Hüftgelenk (Pfannengelenk), indem die Kugel des Ober- 
schenkelbeins in die Pfanne des Beckens eingreift. Das Gelenk ist von 
der Gel enkkapsel umhüllt. 
Seitenbänder und vordere und hintere Bänder fehlen. Dagegen findet sich ein 
ganz besonderes, kurzes Band, das sogen. runde Band, in dem Gelenke; es geht 
von einer ranhen Stelle der Pfanne zu einer ebensolchen Stelle am Gelenkkopfe; beim 
Pferde erhält dieses Band eine Verstärkung durch einen runden Sehnenschenkel 
(Anhangsbaird) vom geraden Bauchmuskel. Dieses Anhangsband liegt an der unteren 
Seite des Schambeines. Da, wo sich das runde Band findet ist eine Lücke in dem 
durch einen knorpeligen Ansatz erhöhten freien Rande der Pfanne (Pfanneneinschnitt). 
Diese Lücke wird durch Knorpel und besonders durch ein Band (Ergänzungs- oder 
Querband) überbrückt, bezw. überspannt. 
Das Hüftgelenk ist, da ein fast kugelrunder Kopf in eine gleichfalls fast 
kugelruntle Gelenkhöhle eingreift, ein freies Gelenk, welches Bewegungen 
nach allen Seiten gestattet; es finden in ihm Beugungen, Streckungen, 
Seitwärtsbewxiegungen (Abduktionen und Adduktionen) und in geringem 
Grade auch Drehungen statt. Diese Bewegungen werden aber in manchen 
Richtungen durch Muskeln, die Art  Gelenkkapsel und des 
runden Bandes und den grossen Bollhügel des Oberschenkelbeins beschränkt. 
Das Gelenk des Menschen ist viel beweglicher als das der Haustiere; 
unter den letzteren haben die Fleischfresser das beweglichste Hüft- 
gelenk. Am ausgiebigsten sind die Beugungen und Streckungen, weniger
        

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