Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879473
Kreuzdarmbeinband vom Darmbeinhöeker und dem inneren Darmbeinrande zu 
den Querfortsätzen des Kreuzbeins; beide Bänder halten das Kreuzbein zwischen den 
beiden Hüftbeinen eingeklemmt. Die grosse Lücke, die sich seitlich zwischen dem 
Kreuz-, Darm- und Sitzbein befindet, wird durch das einer derben, sehnigen Haut 
gleichende Kreuzsitzbein- oder breite Beckenband geschlossen. 
Beim Pferde kann im Kreuzdarmbeingelenke fast gar keine Be- 
wegung stattfinden; bei den anderen Haustieren kommt aber diesem 
Gelenke eine gewisse Beweglichkeit zu. Die Hauptsache ist aber, dass 
das Becken, bezw. seine Gelenkverbindungen eine gewisse Elasticitat 
besitzen, um Stössen Widerstand leisten zu können, ohne zu brechen. 
Die zwischen Kreuz- und Darnibein befindlichen Knorpel- und Band- 
massen und der Fugenknorpel in der Beckenfug-e wirken wie eingeschobene, 
elastische Kissen, in denen sich die z. B. beim Springen der Tiere ein- 
wirkenden Stösse brechen. Die Band- und Knorpelmassen machen also 
das Becken zu einem elastischen, einheitlichen Ganzen, welches 
Viele Vorzüge vor einem einheitlichen Knochenringe hat. Die als Sehnen 
aufzufassenden Bänder (Poupartisches Band etc.) werden in der Muskel- 
lehre besprochen werden. 
Unterschiede zwischen inännlichem und weiblichem Becken. (Fig. 57 u. 62 
Taf. 13 Rind.) Bei allen Haustieren ist das weibliche Becken sowohl nach dem 
Höhen- als nach dem Querdurchmesser geräumiger, dabei aber zarter und nicht so 
kräftig als das männliche. Letzteres ist kräftiger, alle Fortsätze, Beulen und Rauhig- 
keiten treten stärker hervor, es ist schmaler und länger, die Hüfthöcker und die Sitz- 
beinhöcker stehen viel näher aneinander als bei den weiblichen Tieren; die Ent- 
fernung zwischen den Gelenkpfannen ist aber bei beiden Geschlechtern fast die gleiche. 
Der Beckeneingang und der Beckenausgang sind beim weiblichen Tiere grösser als 
beim männlichen; die Darmbeinsäulen sind stärker nach aussen gebogen. Die untere 
Beckenwand ist beim weiblichen Tiere ausgehöhlt, breiter und in der Regel vorwärts 
etwas nach unten gerichtet, während sie beim männlichen Tiere oft nach hinten ab- 
fällt. Der hintere Sitzbeinausschnitt ist beim weiblichen Tiere flacher und breiter 
als beim männlichen. Der Winkel, den das Becken mit der Wirbelsäule bildet, ist 
bei weiblichen Tieren stumpfer als bei männlichen, das Becken steht also mehr hori- 
zontal und der Sitzbeinknorren höher. 
Becken 
Das 
frühzeitig kastrierter Tiere 
sich 
nähert 
weiblichen Becken. 
dem 
Plastische Punkte des Beckens. (Taf. 1 Pferd, Rind.) Das knöcherne 
Becken bildet mit Einschluss der Sclnvanziwwlrzel die Skelettgrundlage 
der Wand der Beckenhiöhle und die Grundlage der den Rumpf abschliessenden 
Beckengegend. Es ist derart von Muskeln umlagerti, dass es fast cylin- 
drisch erscheint. Beim lebenden Tiere heben sich plastisch besonders 
3 Punkte ab, nämlich der Darinbeinhöcker, der HllftllilCköf und der Sitz- 
beinhöcker, über deren Formung; durch die Haut oben schon berichtet 
wurde. AIISSBYÖBIH modelliert sich auch der zwischen den beiden Sitz- 
beinhückern gelegene hintere Sitzbeinausschnitt.
        

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