Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879413
An den Zehen finden sich ausser den genannten Knochen noch die sogen. 
Sesambeine (Sehnenbeiue oder Gleichbeine). Dieselben liegen an der hinteren 
Fläche (Hohlhandfläche des lllenschen) auf der Rolle des Hauptmittelfussknochens' 
(obere Sehnenbeine) und an der Gelenktläche des Hufbeins (unteres Sehnen- 
bein, Strahlbein). Die auf der Mittelfussrolle befindlichen 2 Sehnenbeine liegen 
dicht nebeneinander; jedes derselben hat die Gestalt einer dreiseitigen Pyramide. 
Das auf der Gclenkrolle des Hufbeins ruhende Strahlbein ist ein flacher, länglicher, 
einem Webschitfchen nicht unähnlieher, quer liegender Knochen. 
An den Hufbeinast jeder Seite legt sich noch ein platter, gebogener Knorpel, 
der Hllfknorpel, an (Fig. 76 Taf. 15 Pferd), der das Hufbein nach hinten und oben 
vergrössert. Seine äussere Fläche ist gewölbt, die innere ausgehöhlt. Er ist durch 
Bänder mit allen 3 Zehengliedern verbunden. 
Stellung der Zehe des Pferdes. Die Zehe ist schräg nach vorn gerichtet 
und bildet mit dem Mittelfuss einen Winkel von 130 bis 1400 (am Hinterfusse bis 1500) 
und mit dem Boden einen solchen von 35 bis 450; die Achse derselben soll eine gerade 
Linie bilden. 
Das erste Zehenglied ist etwas länger als 113 des Mittelfusses, und das zweite etwa 
halb so lang als das erste. Die ganze Zehe- beträgt  der Pferdehöhe. 
Die Wiederkäuer besitzen 2 ausgebildete Haupt-, und 2 rudimentäre A fter- 
zehen. Das erste Zehenglied der beiden Hauptzehen gleicht im allgemeinen dem 
Fesselbeine des Pferdes und hat die Bandhöcker nicht seitlich, sondern an der hinteren 
Fläche; das zweite Zehenglied ist deutlich dreikantig, es besitzt einen vorderen 
stumpfen Rand, 2 Seiteniiächen und eine hintere Fläche; das dritte (das Klauen- 
bein) gleicht der Hälfte eines Hufbeins des Pferdes, nur fehlen der Hufbeinast und 
Hufknorpel. Bei Schaf, Ziege, Reh u. s. w. ist dieser Knochen seitlich so zusammen- 
gedrückt, dass die Sohlenfläche nur einen stumpfen Rand darstellt. 
Die Achse der Zehe des Rindes ist einmal geknickt; die der beiden ersten Zehen- 
glieder weicht nur um 110 von der schon etwas vorgeneigten Achse des Mittelfusses 
ab und bildet mit der Horizontalen einen Winkel von 67 bis 760. Die Achse des 
Klauenbeins bildet mit dem Boden einen Winkel von 250, und die Rückentläche einen 
solchen von 40 o. 
Die Afterklauen enthalten 1 bis 2 rundliche Knochen, die mit dem Skelett 
gar nicht in Verbindung stehen. 
 llrIan findet bei den Wiederkäuern an jeder Zehe je 2 obere und 1 unteres, also 
im Ganzen 6 Sehnenbein e; ihre Lage ist dieselbe wie beim Pferde. 
Das Schwein besitzt 4 dreigliedrige Zehen; die 3 Glieder der beiden mittleren 
Zehen (3. u. 4.) sind aber erheblich länger als die der beiden seitlichen Zehen, und 
darnach unterscheidet man 2 Haupt- und 2 Afterzehen. Die einzelnen Glieder 
verhalten sich wie die der Wiederkäuer; beim dritten Zehengliede tiiessen die Klauen- 
spalt- und die Sohlent-läche zu einer Fläche zusammen. Entsprechend der Zahl der 
Zehen sind S obere und 4 untere Sehnenbeine zugegen. 
Die beiden Afterzehen, die 2. und 5., erreichen den Boden nicht. 
Die Fleischfresser haben 5 Vorderzehen, von denen die erste, erheblich 
kürzere, nur aus 2, die anderen aus 3 Gliedern bestehen. Das erste Zehenglied 
der letzteren ist vierkantig und gegen den Fussrücken (nach vorn) etwas gekrümmt; 
an der ersten Zehe fehlt es. Das zweite Zeh englied ist ebenfalls vierkantig, aber 
kürzer als das erste; das dritte Zehenglied (Krallenglied) hat die Gestalt eines 
seitlich zusammengedrückten Kegels und ist hakenförmig gebogen. Es besitzt einen 
Falz zur Aufnahme des Grundes der Kralle. Die Fleischfresser haben, wie der Mensch,
        

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