Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879380
dar, die einerseits mit den Knochen der unteren Reihe der Fusswurzel, 
und andererseits mit den ersten Zehengliedern und eventuell auch unter- 
einander artikulieren. 
Das spezielle Verhalten der Mittelfussknoehen ist nach der Tierart ungemein ver- 
schieden. Die Fleischfresser haben 5 Mittelfussknochen; der 3. und 4. sind die 
längsten, der 2. und 5. sind etwas kürzer und schwächer, und der 1. ist ganz kurz und 
schwach; der 2. ist ein wenig länger als der 5., und der 4. etwas länger als der 3. 
Nahe der Fusswurzel sind die Knochen durch Bänder untereinander verbunden; zehen- 
wärts sind sie frei; oben besitzen sie deshalb auch seitliche (randständige) Gelenk- 
iläehen. Das untere, zehenseitige Ende jedes Mittelfussknochens bildet eine Gelenk- 
walze, während das obere, rumpfseitige Ende verschieden beschaffen ist. 
Beim Schweine fehlt nur der 1. Mittelfussknoehen; von den übrigen vollständig 
getrennt auftretenden Knochen sind der 3. und 4. die längsten und untereinander 
i. d. R. gleichlang; der 2. und 5. sind ungefähr {V5 kürzer, der zweite aber wieder 
etwas länger als der 5.; beide sind schwächer als der 3. und 4. Man unterscheidet 
also 2 Haupt- und einen äusseren und inneren Nebenmittelfussknochen. 
Bei den Wiederkäuern sind der 3. und 4. Mittelfussknochen zu einem Haupt- 
mittelfussknochen, dessen Zusammensetzung aus 2 Knochen eine äussere Längs- 
rinnc und eine innere Liingsseheidewand andeuten, verschmolzen. Aussen am oberen 
Ende des Hauptmittclfussknoehens {indet man einen rudimentären, grirfel- oder stift- 
ähnlichen Nebenmittelfussknochen. Zuweilen kommt auch am inneren Rande 
des Hauptmittelfussknoehens ein kleiner, griifelartiger Knochen vor. Der Hau-ptmittel- 
fussknochen spaltet sich an seinem zehenseitigcn Ende in 2 Gelenkrollen, die mit den 
beiden ersten Zehengliedern artikulieren. 
Bei den Einhufern finden wir einen grossen, gut ausgebildeten H aup t- 
mittelfussknochen und 2 kleine, viel schwächere, an den Rändern der platten 
hinteren Fläche desselben liegende seitliche Nebenmittelfussknocheir (Griffel- 
bein e). Die Länge der letzteren beiden beträgt ca. H3 der des Hauptmittelfuss- 
knochens; doch ragt das eine (meistens das innere) Griffelbein öfters 1 cm weiter 
zehcnwärts als das andere. Der Hauptmittelfussknochen besitzt am zehenseitigen Ende 
eine Gelenkrolle zur Artikulation mit dem 1. Zehengliede, und am rumpfseitigen Ende 
eine facettierte Gelenkiiäche zur Verbindung mit den Fusswurzelknoehen. Das obere 
Ende der Nebenmittelfussknochen bildet ein platt gedrucktes Köpfchen, das eine seit- 
liche Gelenkfläche zur Artikulation mit dem Hauptmittelfussknochen bildet; sie ver- 
dünnen sieh zehenwärts und laufen spitz zu, bilden aber am Ende, welches nur bis 
zum unteren Drittel des Mittelfusses reicht, ein kleines Knöpfehen. An der hinteren 
Fläche des Mittelfusses bleibt zwischen beiden Griifelbeinen eine breite Rinne, in 
welcher ein sehniger Muskel liegt. 
Stellung. Der Vordermittelfuss steht beim Pferd e senkrecht 
zum Boden und bildet also mit dem Unterarm und der Vorderfussvvurzel 
eine gerade Linie. 
Das Vorderfussivurzelgelenk. Die untere Reihe der Vorderfuss- 
wurzelknochen ist mit dem Mittelfusse durch ein straffes Gelenk fast 
ganz unbeweglich verbunden, während die beiden Reihen untereinander 
und die obere Reihe mit dem Unterarm je ein Wechselgelenk bilden. 
Das Vorderfussgeleiik setzt sich also aus 3 Hauptvgelenken zusammen, 
dem Unterarnifussgelenk, dem eigentlichen (oder mittleren) Fusswvurzel-
        

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