Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881491
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höhle festgewachsen; im letzteren Falle kann der hintere Teil der Zunge 
aus dem Munde herausgeklappt werden. Der After ist rundlich oder 
spaltförmig. Mit der Mundhöhle stehen bei vielen F roschlurchen 
Aussackungen, die sogen. Kehlsacke, in Verbindung; sie sind in der 
Einzahl oder paarig vorhanden, können von der Mundhöhle aus mit Luft 
gefüllt werden und treten dann plastisch (blasig) hervor. Bei den Larven 
der Amphibien, bezw. im Jugendzustand derselben, kommen Kiemen vor; 
diese liegen jederseits am Anfange des Halses und sind i. d. R. in 3 Paaren 
vorhanden. Sie ragten meist frei über die aussere Körperoberfläche vor 
und bestehen je aus einem Stamm und 2 Reihen von Blättchen. Bei den 
Kiemenlurchen bleiben sie zeitlebens bestehen; bei den übrigen 
Amphibien werden sie zurückgebildet. 
Die Augen sind meist wohlentwickelt. In der Regel sind Augen- 
lider vorhanden, es kann aber das untere Lid (selten sogar beide) auch 
fehlen. Sind beide Augenlider vorhanden, dann ist nur das untere be- 
weglich. Ein ausseres Ohr ist nie vorhanden, wohl aber findet sich 
bei den Froschlurohen eine durch ein Trommelfell abgeschlossene 
Paukenhöhle. 
Muskulatur. Die Muskulatur des Rumpfes und des Schwanzes schliesst sich bei den 
Amphibien-Larven eng an die der Fische an (s. S. 241); bei den erwachsenen Schwanz- 
lurchen sind die Verhältnisse nur wenig verändert, während bei den Froschlurchen mit 
der stärkeren Ausbildung der Gliedmasselm sich grössere Umgestaltungen vollziehen. 
Die meisten Muskeln der Frösche u. s. w. können auf homologe Gebilde der Säuger 
zurückgeführt werden. 
Skelett. Der nur unvollständig' verknöcherte, stets noch Knorpel- 
inseln enthaltende Schädel verbindet sich durch 2 Gelenkhöcker 
mit der Wirbelsäule; Zwischen- und Oberkieferbein sind fest mit dem 
Schädel verbunden. Der Unterkiefer tritt in Verbindung' mit einem 
Quadratbein, Welches sich fest dem Schädel anlegt; er besteht aus 
2 Knochen. 
Die Wirbelsäule besteht aus 10 (Fröschen) bis 200 Wirbeln, 
Welche untereinander fast gleich gebaut sind. Die Kreuz- und Schwanz- 
wirbel sind bei den F ro schlurchen zu einem einzigen, langen Knochen, 
dem Steissbein, verschmolzen. An allen Wirbeln, ausser dem Atlas, 
können sich Rippenrudiinente iinden, Welche nie mit dem Brustbein in 
Verbindung treten; das letztere ist ausser bei den Gyninophioiieii stets 
vorhanden und bildet eine dünne Knorpelplatte, Welche sich an den 
Schultergürtel anschliesst. Der Sch ultergii rtel stellt eine gebogene, 
mit dem Brustbein verbundene Knorpelplatte dar. Das Skelett der 
Schultergliedinassen besteht aus denselben Abteilungen wie bei 
den Säugetieren, besitzt vor allein auch eine Handwurzel; nie sind mehr als 
4 Finger vorhanden, selten nur 3 oder 2. Die Zahl der Glieder variiert.
        

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