Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881464
236 
mit zu Ruderorganen umgewandelten Gliedmassen versehen (Schild- 
kröten). Die Gliedmassen sind im Verhältnis zu denen der 
Säugetiere und Yögel klein und schwach, weil der Schwanz i. d. R. 
schon eine bedeutende Rolle als Bewegungswerkzeug spielt. Ellenbogen 
und Knie sind nach aussen gerichtet (s. im übrigen über Gliedmassen 
unter Skelett). 
Haut. Die Haut ist mit einer festen, starken Hornschicht versehen, 
Welche in gewissen Zwischenräumen (mehrere Male jährlich) als ein 
zusammenhängendes Ganzes oder in grösseren Fetzen abgestreift und 
durch eine neugebildete Schicht ersetzt wird (Häutung). Die Körper- 
oberfläche ist mit hornigen Gebilden, sogen. Schuppen bedeckt. In 
einigen Fällen sind diese einfache, rundliche Warzen: Körnerschup p en. 
In anderen Fällen sind die Schuppen gross, plattenförmig und durch 
regelmässige Furchen von den benachbarten getrennt: Schilder, oder 
sie sind zu kürzeren oder längeren Stachelschuppen entwickelt; die 
meisten Schuppen aber sind nach hinten in eine Kante ausgezogen, Welche 
den vorderen Teil der folgenden dachziegelartig überdeckt: eigentliche 
Schuppen 
Nicht selten finden sich Verknöcherungen in der Haut; so 
ist z. B. in jeder Sclnlppe bei der Blindschleiche eine kleine, 
knöcherne Platte vorhanden, bei den Krokodilen iinden sich ähnliche, 
aber grössere Platten in der Haut, und bei den Schildkrxöten haben 
sich in der Haut sehr grosse Knochenplatten entwickelt, welche oft 
durch Nähte mit einander Verbunden sind und so eine zusammenhängende 
Knochenkapsel un1 das Tier bilden. 
Die Finger und Zehen sind mit Krallen ausgerüstet, welche nicht 
an den Häutungen Teil nehmen. 
Die Haut ist Trägerin der Farbstoffe, welche das oft lebhaft und 
bunt gefärbte Aussehen der Tiere bedingen. Einige (besonders die 
Chamaeleonten unter den Eidechsen) besitzen die Fähigkeit, die Farbe 
der Haut plötzlich innerhalb weiter Grenzen zu wechseln. 
Mund und Mundhöhle, After. Der Mund ist weit gespalten und 
meist mit Lippen versehen. Bei den Schlangen, Eidechsen und 
Krokodilen sind diese mit Schildern bedeckt; den Schildkröten 
fehlen die Lippen meist vollständig; nur die Flussschildkröten haben 
iieischige Lippen. Die Mundhöhle ist ausser bei den Schildkröten, welche 
schneidende Hornscheiden über den Kiefern haben, mit Zähnen aus- 
gerüstet. Diese können ausser an den U11ter-, Ober- und Zwischenkiefer- 
beinen an den Gaumen- und Flügelbeinen sitzen; sie sind meist konisch, 
etwas gebogen, selten mit Kaufläche versehen. Bei den giftigen Reptilien 
findet sich im" Oberkiefer noch ein i. d. R. gefurchter, grosser Giftzahn.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.