Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1879214
1. Die Halswirbel (V erteb rae cervical es). Bei den langhalsigen 
Tieren (z. B. beim Pferde) zeichnen sich die Halswirbel den anderen 
Wirbeln gegenüber durch ihre grössere Lange aus; beim Menschen 
und beim Schweine sind sie dagegen kurz. Die Gelenkfortsatze sind 
stark entwickelt, die Querfortsätze sind lei-stenartig und Verhaltnisinassig 
gross; die Dornfortsatze sind niedrig oder fehlen ganz, wie z. B. beim 
Pferde am 1. bis einschliesslich 6. Halswirbel; nur beim Menschen 
sind die der letzten 5 gut entwickelt. 
Der erste Halswirbel (Atlas), stellt einen einfachen Knochenring ohne 
Körper dar, aus dessen oberem Teile jederseits ein breiter, flügelartiger Fortsatz, der 
Flügel hervorgeht, welcher sich beim Pferde und den Fleisehfressern nach aussen und 
unten (ventral) kriimmt. Der Atlas besitzt bei keinem Tiere einen Dornfortsatz.  Der 
zweite Halswirbel (Drehwirbel, Epistropheus) zeichnet sich ausser durch seine 
grössere Länge durch einen aus dem Kopfende des Körpers hervorragenden zahnähn- 
liehen Fortsatz, den Zahnfortsatz (Zahn) aus; er besitzt an Stelle des Dorn- 
fortsatzes nur einen Kamm. Der Zahn liegt in einer Gelenkvertiefung des ersten 
Halswirbels; er bildet den Drehpunkt, resp. die Achse für die Drehungen des 
Kopfes. Diese Bewegungen vollziehen sich also nicht in dem Gelenk zwischen Kopf 
und Atlas, dem Kopfgelenk, sondern in dem Gelenk zwischen 1. und 2. Halswirbel, 
sodass der Atlas also bei den Drehungen gewissermassen zum Kopfe gehört und mit 
diesem ein Ganzes bildet. Die Drehung beläuft sich beim Pferde auf höchstens 
ca. 30" nach jeder Seite. Bei den Beugungen und Streekungen des Kopfes, die im 
Kopfgelenk statthaben, bildet der erste mit dem zweiten Halswirbel eine Einheit. 
Der 3., 4., 5. und 6. Halswirbel zeigen ausser den oben genannten Merkmalen 
keine Besonderheiten. Der 7. Halswirbel aber nähert sich in seinem Verhalten schon 
den Brustwirbeln, sein Dornfortsatz ist bei allen Haustieren ausgebildet und verhältnis- 
mässig hoch; an seinem Schwanzende hat er eine Gelenkfläche für die erste Rippe. 
2. Die  , V e 1' t e b r a e t h 0 r a c a 1 e s, bilden 
die Rückenwan d des Brustkastens und zeichnen sich vor allem durch 
die bedeutende Höhe der Dornfortsatze aus. Beim Pferde nimmt die Höhe 
derselben vom 1. ab so rapid zu, dass der des dritten 21;, mal so hoch ist 
als der des ersten; der des 4. und 5. Wirbels ist nicht oder nur wenig höher 
als der des 3., er erscheint aber höher, weil die Wiirbelkörper dieser 
beiden Wirbel höher liegen; das freie Ende des Dornfortsatzes des 
5. Wirbels liegt am höchsten. Von hier ab nimmt die Höhe bis zum 12. oder 
13. Wirbel allmählich ab, um die gleiche Höhe (5-7 ein) bis zur Lenden- 
wirbelsäule beizubehalten. Die hohen Dornfortsatze stellen die Grundlage des 
Widerristes des Pferdes dar.  Bei den Wiederkauern ist der 
Dornfortsatz des 3., bei den übrigen Haustieren der des 1. oder 2. Wirbels 
am höchsten. Die Dornfortsätze der ersten Wirbel sind nach oben und 
etwas nach hinten (schwanzwärts), und die der letzten NVirbel nach oben 
und etwas nach vorn (kopfwärts) gerichtet. Ein Wirbel (beim Pferd 
der 16., beim Mensch und Schwein der 12., bei den NViederkauern 
der 13., bei den F1 eischfressern der  der diaphragmatische
        

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