Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881444
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der Sporn des Hahns (und anderer männlicher Hühnervögel), der an der 
Hinterseite des Laufes sich findet.  Besondere Hautbildungen 
sind der Kehllappen, Kamm und Stirnlappen des Puters, die 
Wachshaut am Schnabel und die Hornbekleidungen desselben. 
Es erscheint überiiüssig, diese besonderen Hautbildungen zu schildern, 
da dieselben stets am Modell studiert werden müssen. Nur über den 
Schnabel der Vögel, der (ladurch entsteht, dass Ober- und Unterkiefer 
in die Länge ausgezogen und dass beide Kiefer an Stelle der bei den 
Säugern in ihnen sitzenden Zähne, wie oben schon erwähnt, mit einer 
dunklen Hornscheide versehen sind, sei noch Einiges erwähnt. 
Der Schnabel der Vögel besteht aus dem durch Y'erwachsung' des 
Zwischenkiefen, Oberkiefer- und Nasenbeines entstandenen Ober- und dem 
dem Llnterkiefer entsprechenden Unterschnabel. Am Oberschnabel 
unterscheidet man den Schnabelrücken (Firste), den dem Zahnrand der 
Säugetiere entsprechenden schneidenden Rand und den oft mit einer 
Wachshaut bekleideten Schnabelgruntl (Zügel). näm Unterschnabel 
wird der vordere, unpaare Teil als Dille und der vom Kinnwinkel bis 
zur Spitze reichende Rand als Dillenkante bezeichnet. Die Form des 
Schnabels bietet ungemein grosse Verschiedenheiten. Meist sind Ober- 
und Unterschnabel gleich lang; nicht selten (z. B. bei den Raubvögeln) 
überragt der Oberschnabel mit hakig gebogener Spitze den Untersclmabel; 
umgekehrt überragt beim Scheerenschnabel der messerförmige Unter- 
schnabel den Oberschnabel. -Die Körnerfresser haben den kürzesten, 
die Sumpfvögel den längsten Schnabel (bei langem Hals und langem 
Lauf); die Nashornvögel haben helmartige Aufsätze an1 Oberschnabel; 
beim Kreuzschnabel kreuzen sich die auf- und abwärts gekrümmten 
Schnabelspitzen u. s. W. Näheres findet man hierüber in Leunis, Synopsis 
der Tierkunde. An der Wurzel des Oberschnabels befinden sich (mit 
Ausnahme des Kiwis) die beiden Nasenlöcher, zuweilen (bei den 
Krähen) von steifen Haaren geschützt; sie sind bei den Sturmvögeln 
röhrig verlängert und fiiessen in eine Öffnung zusammen. Bei den 
Schnepfen und Enten ist der Schnabel mit einer weichen, sehr nerven- 
reichen Haut, die ein Sinnesorgan darstellt, bekleidet. Die Zunge der 
Vögel ist meist hornig, nur bei den Papageien und Wasservögeln fleischig. 
Sie fungiert meist als Schlingorgan, zuweilen aber auch als Greiforgan 
(zum Ergreifen der Nahrung), z. B. beim Specht und Kolibri, und ist 
verschieden lang, verschieden gestaltet und verschieden beweglich. 
Eine kurze Besprechung verlangen nochdie die Geh-, Sprung- und 
Schwimmbewegtmgen vermittelnden und beim Stehen und Sitzen den Rumpf 
stützenden B eine, die den Beckengliedmassen der Säugetiere entsprechen. 
Die Beine stehen, wie oben schon erwähnt, weil der Oberschenkel
        

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