Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881430
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bis zum Armgelenk befindlichen Ar msch wingen kommen in grösserer 
und wechselnder Zahl vor. Sie bedecken bei zusamlnengelegtem Flügel 
die Handschwingen von oben und bilden, wenn sie (wie z. B. bei den 
Enten) auffallend gezeichnet sind, den sogen. Spiegel. Die Federn des 
Oberarms bedecken den angelegten Flügel als Schulterfittig: Auch 
der Daumen trägt meist einige kleine Konturfedern, welche zusammen 
als Afterflügel bezeichnet werden. Sämtliche Schwingen werden 
am Grunde von kürzeren Deckfedern überdeckt, welche in mehreren 
dachziegelartig übereinander liegenden Reihen den Schluss der Flugflache 
herstellen. 
Die Grundlage des Schwanzes bildet der oben erwähnte, von einer 
Hautfalte überzogene und mit Muskulatur versehene Endwirbel (Schwanz- 
endkörper); der freie Schwanz Wird von den an diesem Endkörper be- 
festigten Steuerfedern gebildet; diese sind meist lange, steife Federn, 
die am Ursprung i. d. R. von gewöhnlichen Deckfedern bedeckt sind; sie 
treten meist in der Zahl 12 (selten 10 oder 20 und mehr) auf. Sie sind 
derart befestigt und mit Muskulatur Versehen, dass sie einzeln und ge- 
meinsam bewegt, gemeinsam gehoben, gesenkt, seitlich gezogen, fächer- 
artig' ausgebreitet werden können u. dergl. Die Deckfedern des Schwanzes 
sind bei manchen Vögeln, z. B. beim Pfau, besonders gross und schön 
und bilden eine Zierde der betr. Vögel. 
Flügel und Schwanz sind sehr verschiedenartig geformt; die 
guten, ausdauernden Flieger haben meist lange Handschwingen und lang- 
gespitzte Flügel. Gerundete Flüg el mit kurzen Handschwingen bedingen 
einen schwerfälligen, Weniger ausdauernden Flug. Bei den straussartigen 
Vögeln sind die Flügel verkümmert. Die Form des Schwanzes hängt 
von der Zahl, Grösse und Form der Steuerfedern ab. 
Der Schwanz dient als Steuer bei der Bewegung der Vögel; er kann aber auch 
andere Leistungen übernehmen, er kann z.B. als Balancierstange beim Gehen und Hüpfen, 
als stützendes Gebilde beim Klettern wirken. Bei den nicht {liegenden Vögeln verkünnnert 
der Schwanz in der Regel, weil seine Wirkung als Steuer wegfällt; es bleiben dann 
höchstens noch grosse Deckfedern als Zier- und Sehmuckfedern erhalten. 
Ausser den Federn bildet die Oberhaut der Vögel noch eine Anzahl 
anderer Wichtiger Horngebilde. Zu diesen gehören ausser den den Schnabel 
bedeckenden Hornscheiden hornige Schuppen und Platten, Welche den 
Lauf, die Zehen und mitunter auch den Unterschenkel bedecken. Andere 
Horngebilde sind die Krallen an den Zehen der Hinterfüsse. Sie sind 
bei Yögeln, Welche sich meist auf Bäumen aufhalten, langy krumm und 
spitz, bei Erdvögeln kürzer und stumpfer. An den Yorderzehen fehlen 
bei manchen Vögeln Krallen ganz; häufig ist nur eine kleine, rudimentäre 
Kralle am 1. und 2. Finger vorhanden. Weiter gehört zu den Horngebilden
        

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