Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881388
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Die f r e i e G1 i e d m a s s e zerfällt in den S c 11 e 11 k e 1 (Extremitäten- 
säule) und den F u s s (Extremitätenspitze).  Das S c 11 e 11 k el s k e 1 e t t 
besteht aus dem Obersehenkelbein und dem Unterschenkel- 
s k e l e t t ; letzteres setzt sich aus dem Schien- und Wadenbeine zu- 
sammen. 
Das sehr schräg ab- und vorwärts liegende Oberschenkelbein 
ist ein kräftiger, cylindrischer Knochen, der in der Pfanne mit dem 
Becken artikuliert und auf dessen unterem, gelenkig mit dem in der 
Regel etwas längeren Unterschenkelskelett verbundenen Ende vorn die 
Kniescheibe sitzt.  
Von den beiden Unterschenkelknochen ist das Schienbein 
gut entwickelt und zum Tragen der Körperlast bestimmt, während das 
Wadenbein ein griffelförmiger, aussen am Schienbein liegender, die 
Fusswurzel nicht erreichender, rudinientarer Knochen ist. Das fast 
cylindrische Schienbein besitzt an der Vorderen Seite seines oberen Ab- 
schnittes einen starken Schienbeinkamm (Schienbeingrate) und trägt 
zehenwärts 2 Gelenkfortsatze. Das Unterschenkelskelett liegt schräg 
von oben und vorn nach unten und hinten. 
Das Fussskelett des ausgebildeten Vogels zeigt vor allem die 
Eigentümlichkeit, dass die F ussw urzelknochen fehlen und dass nur 
ein einziger, stark entwickelter Mittelfussknochen, der Lauf, an 
dem zuweilen noch ein kleiner Nebenmittelfussknochen sitzt, vorhanden 
ist. Der Lauf ist ein m. o. w. qilindrischer, je nach der Vogelart ver- 
schieden langer Knochen, der sich ganz nahe dem unteren Ende in 
3 Äste spaltet, an die sich die ersten Glieder der 3 Hauptzehen anlegen. 
Eventuell ist auch ein Fortsatz für diehänlage des Sporns vorhanden. 
Der Lauf ist fast senkrecht von oben nach unten gerichtet, hat jedoch 
zuweilen auch eine mehr schräge Richtung nach abwärts. 
Die Vögel haben meist 4, selten 3 und nur der afrikanische Strauss 
2 Zehen. Von den 4 Zehen sind in der Regel 3 nach vorn und eine 
nach hinten gerichtet. Die innerste Zehe hat 2, die folgende 3, die dritte 
4 und die ausserste 5 Glieder. Das letzte Glied ist von einer krallen- 
artigen Hornscheide überzogen. 
Die ganze Hintergliedmassc ist infolge der sehr schrägen, fast horizontalen Lage 
des ziemlich langen Oberschenkels verhältnismässig weit nach vorn gestellt. Das ist 
notwendig, damit beim Fehlen stützender Vorderglietlrnassen der Schwerpunkt des 
Vogels beim Stehen und Sitzen durch die Hintergliedmassen allein gestützt werden kann. 
Die Haupteigentümlichkeiten des Vogelskeletts sind also die 
Lufthaltigkeit (Pneumaticitiat) zahlreicher Knochen, der stark entwickelte 
Schultergürtel, die Verschmelzung der Schlüsselbeine zur Gabel (Furcula), 
das starke Rabenbein, die Rückbildung der Finger, die Verschmelzung
        

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