Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881367
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U n t e r s c 11 n a b e l umgebildeten U n t e r k i e f e r liegt ein besonderer 
Knochen, das Q u a dr at b ein. Ausserdem ist der Oberschnabel durch 
stab- oder griffelartige Knochen (Jochbein, inneres Flügelbein u. s. w.) mit 
dem Quadratbein verbunden.  
Der Schädel besitzt zur gelenkigen Verbindung mit der Wirbelsäule 
nur einen einfachen Gelenkfortsatz. 
Die Verbindung des Oberschnabels mit dem Unterschnabel ist eine derartige, 
dass bei den Abwärtsbewegungen des letzteren auch ein Heben des ersteren stattfindet. 
Der abwärts bewegte Unterschnabel drückt auf das Quadratbeiu und damit auf das Joch- 
und Flügelbein", wodurch ein Heben des Oberschnabels bewirkt wird. Die Offnung 
des Schnabels wird also nicht nur durch die Bewegungen (Abziehen) des Unter- 
kiefers, sondern auch durch Heben des Oberkiefers herbeigeführt. Hierzu 
ist noch zu bemerken, dass das Quadratbein auch durch besondere Muskeln verschoben 
werden kann, wodurch Bewegungen des Ober- und Unterschnabels herbeigeführt 
werden können. 
c) Das Skelett der Schultergliedmasse, Flüg-elskelett. 
Der Aufhängegürtel der Schultergliedmasse, der sogen. Schulter- 
gürtel, ist vollständiger als der der meisten Säugetiere; er besteht aus 
den beiden Schulterblättern, einem rechten und linken Schlüssel- und 
einem rechten und linken Rabenbeine. 
Das Schulterblatt ist lang, dünn, säbelförmig', gekrümmt und 
sehr schräg, fast horizontal oben am Thorax gelagert. 
Das Schlüssel- und Rabenbein, die mit dem Schulterblatt an dessen 
vorderem-unterem Ende artikulieren, liegen vor dem Brustkasten und 
gehen schräg vom Schulterblatt nach innen zum Brustbein. 
Das Schlüsselbein, Clav-icula, ist ein stabförmiger, aus- und 
vorwärts gebogener Knochen, der mit seinem einen (oberen-äusseren) 
Ende mit dem Schulterblatte artikuliert und mit dem anderen (unteren- 
inneren) Ende mit dem der anderen Seite vor dem Brustbeine zusammen- 
stösst und in der Regel mit diesem verschmilzt, sodass beide zusammen 
einen Uförmigen oder Vförmigen Knochen, den Gabelknochen, 
Furcula, darstellen. Dieser ist mit dem Brustbeinkamme durch ein Band 
oder direkt verbunden. 
Das starke Rabenbein, Os coracoideum, reicht vom Schulter- 
gelenke bis zum Brustbeine; es hilft die Pfanne für den Gelenkkopf des 
Oberarmbeins bilden und liegt dicht hinter dem Schlüsselbein. 
Die grosse Festigkeit und Vollständigkeit des Schulter- 
giirtels ist Wichtig- für die Thätigkeit der Brust-gliedmassen, der Flügel, 
von der die Bewegung; der Vögel beim Fliegen abhängt. Für die Flügel 
muss ein möglichst fester Punkt als Hypomochlion vorhanden sein; sonst 
können sie die zum Fliegen nötige, mächtige Kraft nicht entfalten. Um 
den Flügeln eine möglichst feste Stütze zu geben, bildet bei ihnen die
        

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