Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Anatomie der Tiere für Künstler
Person:
Ellenberger, Wilhelm Baum, Hermann Dittrich, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1878737
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1881250
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Tafeln für züchterische Zwecke, bezw. für die Beurteilung; der Tiere auf 
Leistungsfähigkeit, Schönheit und Wert fast vollkommen abgekommen, 
so dürften dieselben vollends künstlerisch gar keinen Wert haben; sie 
dürften für den Künstler im Gegenteil sogar schädlich sein, weil diese 
Tafeln und Schemata nicht einmal die charakteristischen Verhältnisse der 
Rasse und des Geschlechtes, geschweige denn die besonderen Eigentümlich- 
keiten des Individuums berücksichtigen, sodass durch derartige Schablonen 
geradezu das Studium der Individualität gefährdet und der Künstler 
(d. h. der Anfänger und Schüler) auf falsche Bahnen gelenkt und zu 
irrigen Anschauungen geführt wird. Wir haben deshalb vollständig von 
der Aufnahme solcher Proportionstafeln und -Tabe11en abgesehen; wer 
sich für dieselben interessiert, findet dieselben in den S. 174 angegebenen 
Werken (besonders in den Büchern von Roloff, Born und Möller, Adam, 
Pusch, Kraemer, Lydtin). 
Ganz anders dürften Massangaben zu beurteilen sein, Welche durch 
Messen lebender typischer Rassetiere nach markierten, äusserlich 
m. o. w. leicht auffindbaren Punkten gewonnen werden. Derartige An- 
gaben werden zwar wegen der individuellen Schwankungen auch nicht 
für jeden Vertreter einer bestimmten Rasse absolute Richtigkeit besitzen, 
sie geben aber dem Künstler Durchschnittsmasse an, nach denen er sich bei 
seinen Darstellungen richten kann und von denen er sich nicht allzuweit 
entfernen darf, wenn die Rasse-Eigentümlichkeiten des darzustellenden 
Tieres nicht verloren gehen sollen. Diese Angaben sollen mithin 
dem Künstler durchaus nicht das Studium des Individuums 
(des Modells) ersparen, sie sollen ihm nur dieses Studium erleichtern 
und ihm die Sicherheit gewälnen, grobe Proportionsfehler vermeiden zu 
können. Wir sind auf den Nutzen solcher Masse für den Künstler und 
speziell für den Bildhauer von künstlerischer Seite aufmerksam gemacht 
worden und haben sie vorläufig an 18 Pferden, und zwar Trakehnern, 
anderen Ostpreussen, Oldenburgern, Hannoveranern, Pinzgauern, Belgiern, 
Shjres, ferner an englischen Voll- und Halbblutpferden ausgeführt. Wir 
haben dabei weniger Wert darauf gelegt, möglichst viele Tiere, als viel-_ 
mehr darauf, das einzelne Rassetier möglichst vielseitig zu messen. In- 
folgedessen bringen wir im ganzen von jedem Tiere 66 Massangaben. 
Wir haben von Weiteren derartigen Messungen, die immerhin mühsam 
und zeitraubend sind, z. Zt. abgesehen 1) Weil wir glauben, dass die von 
uns ausgewählten Rassen und die Zahl der einzelnen Vertreter derselben 
im grossen und ganzen wohl genügen werden, um dem Künstler die- 
jenigen Anhaltepunkte zu geben, die er im gegebenen Falle nötig hat, 
2) weil wir erst feststellen wollen, ob unsere Massangaben in Künstler- 
kreisen Anklang finden werden und ob dieselben für den bildenden
        

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